Batterien: Wie lange dauert es, bis sie zerfallen?

Kurz gesagt: Batterien zerfallen nicht — jedenfalls nicht so, wie Laub oder Papier zerfällt. Ihr Gehäuse korrodiert in der Umwelt über Jahre bis Jahrzehnte, aber die enthaltenen Metalle bleiben als Stoff dauerhaft erhalten und verteilen sich nur.
Eine Batterie besteht aus Metallen (z. B. Zink, Mangan, Nickel, Lithium, Eisen), Kunststoff und Elektrolyt. Keiner dieser Stoffe wird von Bakterien abgebaut — es gibt also keinen biologischen Zerfall. Was passiert, ist Korrosion: Das Metallgehäuse rostet oder oxidiert durch, das dauert je nach Bedingungen (Feuchtigkeit, Salz, Säure, Temperatur) mehrere Jahre bis viele Jahrzehnte. Danach ist die Batterie zwar äußerlich zerfallen, ihre Inhaltsstoffe sind aber vollständig da — nur eben im Boden statt in der Hülle.

Solange das Gehäuse dicht ist, passiert wenig. Genau der Moment, in dem die Batterie „zerfällt", ist der gefährliche: Dann tritt der Elektrolyt aus und die Metalle gehen in Boden und Sickerwasser über. Bei Geräte-Batterien ist das der Grund, warum sie nicht in den Hausmüll und schon gar nicht in die Natur gehören. Auslaufende Batterien in Geräten erkennst du an weißlich-krustigen Ablagerungen an den Kontakten — dann Handschuhe nutzen und das Gerät gut auslüften.

Viele meinen mit „zerfallen" nicht die Entsorgung, sondern das Altern: Der Akku hält immer weniger. Das ist Degradation, nicht Zersetzung. Sie läuft über zwei Wege — Zyklenalterung (jedes Laden/Entladen kostet etwas) und Kalenderalterung (der Akku altert auch, wenn er nur herumliegt, besonders bei Hitze und dauerhaft vollem Ladestand). Lithium-Ionen-Akkus verlieren dabei Kapazität, gehen aber nicht auf null: Herstellergarantien für stationäre Speicher werden typischerweise über rund 10 Jahre auf eine garantierte Restkapazität abgeschlossen. Prüfe die konkreten Werte im Datenblatt deines Geräts — sie unterscheiden sich stark.

Alte Batterien und Akkus gehören zurück in den Handel: In Deutschland verpflichtet das Batteriegesetz (BattG) Vertreiber zur kostenlosen Rücknahme, Sammelboxen findest du in Supermärkten, Drogerien und Elektromärkten. Lithium-Akkus vorher an den Polen abkleben (Kurzschluss- und Brandgefahr), aufgeblähte oder beschädigte Akkus getrennt und nicht in die normale Box geben — dort nach dem Schadstoff-Weg der Kommune fragen. Nie in den Restmüll, nie ins Lagerfeuer, nie vergraben.

Wenn du Akkus oder Batterien länger lagerst, hilft dir Physik statt Hoffnung: kühl (aber frostfrei), trocken und bei Lithium-Akkus mit mittlerem Ladestand statt voll oder leer. Hitze im Auto, auf dem Dachboden oder direkt neben Wechselrichter und Heizung ist der größte Beschleuniger. Nicht benutzte Batterien aus Geräten herausnehmen — läuft eine aus, ist meist das Gerät der Totalschaden, nicht die Batterie.
Der Rahmen kommt aus dem deutschen Batteriegesetz (BattG) und der EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542, die schrittweise wirksam wird und unter anderem strengere Anforderungen an Recycling, Sammlung und Nachweise für Batterien bringt. Konkrete Termine und Quoten hängen von Batterietyp und Stufe ab — verlass dich hier auf den aktuellen Verordnungstext oder deinen Entsorger und nicht auf Faustzahlen aus Foren.