BHKW mit Biomasse – wie funktioniert das?

Ein BHKW mit Biomasse erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme aus biogenen Brennstoffen – meist aus Biogas, das eine Biogasanlage aus Gülle, Mist und Energiepflanzen produziert. Du nutzt damit einen Brennstoff, der ohnehin vor Ort anfällt, und holst aus ihm zwei Nutzen: Strom fürs Netz und Wärme für Stall, Trocknung oder Nahwärmenetz.
Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist ein Motor mit angekoppeltem Generator, der Strom erzeugt – die dabei entstehende Abwärme wird ausgekoppelt und weiterverwendet (Kraft-Wärme-Kopplung). "Biomasse" heißt: Der Motor läuft nicht mit Erdgas, sondern mit einem biogenen Brennstoff. In der Landwirtschaft ist das fast immer Biogas aus der eigenen Biogasanlage; daneben gibt es Holzgas- (Holzvergaser), Klärgas- und Pflanzenöl-BHKW.

Am häufigsten treibt Biogas das BHKW an – vergoren aus Gülle, Festmist, Mais-, Gras- oder Getreide-Silage. Möglich sind außerdem Klärgas (auf Kläranlagen), Holzgas aus Holzvergasern sowie Pflanzenöl. Wichtig: Der Motortyp ist auf den Brennstoff abgestimmt. Ein Biogas-Motor ist kein Erdgasmotor – Gasqualität, Methangehalt und Aufbereitung entscheiden über Laufruhe und Wartungsintervalle.

Bei einem Biogas-BHKW wandelst du grob ein gutes Drittel der Brennstoffenergie in Strom um, ein weiteres Drittel bis knapp die Hälfte fällt als nutzbare Wärme an. Nur wenn du diese Wärme wirklich verwendest – für Fermenterheizung, Trocknung, Stall oder ein Nahwärmenetz – erreichst du hohe Gesamtnutzungsgrade. Wärme, die ungenutzt über den Notkühler geht, ist verschenkter Wert.

Früher liefen viele BHKW rund um die Uhr in Grundlast. Wirtschaftlich attraktiver ist heute oft der flexible Betrieb: Du speicherst Gas im Gasspeicher und lässt das BHKW dann laufen, wenn der Strompreis hoch ist. Dafür brauchst du meist zusätzliche Motorleistung (überbaute Leistung), ausreichend Gasspeicher und eine fahrplanbasierte Steuerung. Ohne genug Gasspeicher schaltet der Motor ab – die beste Preisoptimierung nützt nichts, wenn der Speicher leer ist.

Biogas-Strom wird in der Regel nach dem EEG vergütet, häufig über die Direktvermarktung mit Marktprämie; für flexiblen Betrieb gibt es einen Flexibilitätszuschlag. Deine konkreten Sätze und Pflichten hängen von Inbetriebnahmejahr, Anlagengröße und deinem individuellen Genehmigungs-/EEG-Status ab. Prüfe das anlagenspezifisch mit deinem Direktvermarkter oder Fachberater, statt dich auf pauschale Zahlen zu verlassen.
Der Business Case steht und fällt mit drei Größen: sicherer Brennstoffnachschub (stabile Gasproduktion), hoher Wärmenutzung und cleverem Fahrplan gegen den Strompreis. Passt eines davon nicht – zu wenig Substrat, Wärme ohne Abnehmer oder starrer Betrieb bei niedrigen Preisen – sinkt der Ertrag deutlich. Rechne deshalb immer mit deinen realen Betriebsdaten, nicht mit Prospektwerten.