BHKW im Hotel – wann es sich lohnt und wie du es auslegst

Ein BHKW erzeugt in deinem Hotel gleichzeitig Strom und Wärme und lohnt sich vor allem, wenn du einen gleichmäßig hohen Grundbedarf hast. Hier bekommst du direkt die Entscheidungshilfe: für welche Häuser es passt, wie du die Größe wählst und was du prüfen solltest.
Ja – wenn dein Hotel ganzjährig viel Wärme und Warmwasser braucht und viele Betriebsstunden zusammenkommen. Hotels mit Wellness, Pool, Sauna, Küche oder Waschküche haben genau diesen konstanten Grundbedarf, den ein BHKW ideal abdeckt. Faustregel: Ein BHKW rechnet sich, wenn es auf mindestens rund 5.000 bis 6.000 Vollbenutzungsstunden im Jahr kommt. Reine Saison- oder Ferienhotels mit langen Leerständen sind dagegen selten wirtschaftlich.

Ein BHKW nutzt den Brennstoff hocheffizient, weil es die Abwärme der Stromerzeugung direkt für Heizung und Warmwasser verwendet – der Gesamtnutzungsgrad liegt deutlich höher als bei getrennter Strom- und Wärmeerzeugung. In einem Hotel läuft der Wärmebedarf über den Tag verteilt: Frühstück, Zimmerreinigung, Duschen morgens und abends, Pool und Wäsche. Diesen gleichmäßigen Abnehmer braucht das BHKW, um viele Stunden im Jahr zu laufen.

Der häufigste Fehler ist ein zu großes BHKW. Du legst es auf die thermische Grundlast aus – also die Wärmemenge, die dein Hotel fast das ganze Jahr über durchgehend braucht – nicht auf die Spitzenlast im tiefsten Winter. Spitzen deckst du mit einem zusätzlichen Spitzenlastkessel ab. So läuft das BHKW möglichst viele Stunden im Jahr durch, statt ständig zu takten. Ein gut dimensionierter Wärmespeicher (Pufferspeicher) glättet Schwankungen und verlängert die Laufzeiten zusätzlich.

Wirtschaftlich wird ein BHKW vor allem über den selbst verbrauchten Strom, weil du damit teuren Netzbezug ersetzt. Je höher dein Eigenverbrauchsanteil, desto besser die Rechnung. Ein Hotel mit Rezeption rund um die Uhr, Aufzügen, Küche, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung hat einen durchgehenden Strom-Grundbedarf, der gut zur BHKW-Stromerzeugung passt. Überschussstrom kannst du ins Netz einspeisen, der Eigenverbrauch bleibt aber der entscheidende Wert.

Lass zuerst deine Lastgänge auswerten: Wärme-, Warmwasser- und Stromverbrauch über ein volles Jahr, idealerweise in feiner Zeitauflösung. Daraus ergeben sich Grundlast, mögliche Laufzeiten und die passende BHKW-Größe. Prüfe außerdem den vorhandenen Heizraum, den Schornstein/die Abgasführung, den Gasanschluss und den Schallschutz zu Gästezimmern. Erst mit echten Verbrauchsdaten lässt sich seriös sagen, ob und in welcher Größe sich ein BHKW für dein Haus rechnet.