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Blindleistungsregelung bei PV: Welcher Modus, wie einstellen?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Blindleistungsregelung bei PV: Welcher Modus, wie einstellen?
Energie — Stromfee (KI-Bild)

Blindleistung ist der Teil der Leistung, den dein Wechselrichter zur Stützung der Netzspannung liefert oder aufnimmt, ohne dass er als kWh vergütet wird. Welchen Blindleistungs-Modus du fahren musst, gibt dir dein Netzbetreiber vor — du stellst ihn im Wechselrichter ein, nicht selbst frei gewählt.

Kurz erklärt: Was Blindleistung bei PV ist

Dein Wechselrichter liefert Wirkleistung (die vergütete kWh) und kann zusätzlich Blindleistung bereitstellen. Blindleistung transportiert keine nutzbare Energie, hält aber die Netzspannung stabil. Das Verhältnis beschreibt der Verschiebungsfaktor cos φ: bei cos φ = 1 gibt es keine Blindleistung, je weiter cos φ von 1 abweicht, desto mehr Blindleistung stellst du bereit. Übererregter Betrieb hebt die Spannung tendenziell, untererregter senkt sie.

Blindleistungsregelung bei PV: Welcher Modus, wie einstellen?
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Die vier üblichen Regel-Modi

In der Praxis fährst du einen von vier Modi, den der Netzbetreiber vorgibt: (1) fester cos φ — ein konstanter Wert; (2) cos φ(P)-Kennlinie — der cos φ ändert sich mit der eingespeisten Wirkleistung; (3) feste Blindleistung Q — ein konstanter kvar-Wert; (4) Q(U)-Kennlinie — die Blindleistung reagiert automatisch auf die gemessene Netzspannung. Q(U) ist der aktivste Modus und in spannungskritischen Netzen häufig gefordert.

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Welche Regel für dich gilt, entscheidet der Netzbetreiber

Du wählst den Modus nicht frei: Er steht im Netzanschluss-/Einspeisevertrag bzw. im Anschlussbegehren deines Verteilnetzbetreibers (VNB). Frag dort konkret nach dem geforderten Blindleistungs-Modus und den Sollwerten. Ohne diese Vorgabe darfst du den Wechselrichter nicht dauerhaft auf cos φ = 1 lassen, wenn eine Blindleistungsbereitstellung verlangt ist.

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So stellst du es ein

Schritt 1: VNB-Vorgabe einholen (Modus + Werte). Schritt 2: Im Wechselrichter-Menü unter „Netz“/„Grid“/„Q-Regelung“ den passenden Modus wählen und die Sollwerte bzw. Kennlinien-Stützpunkte eintragen. Schritt 3: Länderdaten/Grid-Code des Wechselrichters auf Deutschland/den VNB setzen — viele Geräte laden die passende Voreinstellung damit automatisch. Schritt 4: Nach dem Setzen prüfen, ob das Gerät den gewünschten cos φ bzw. Q im Betrieb anzeigt.

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Rechtlicher Rahmen: VDE-AR-N 4105 und 4110

Für PV im Niederspannungsnetz gilt die Anwendungsregel VDE-AR-N 4105, für Anschlüsse im Mittelspannungsnetz VDE-AR-N 4110. Diese Regelwerke definieren, welche Blindleistungsfähigkeit ein Erzeuger bereitstellen können muss und welche Modi zulässig sind — die konkreten Sollwerte konkretisiert dein Netzbetreiber in seinen technischen Anschlussbedingungen. Bei größeren Anlagen ist die eingestellte Regelung Teil des Anlagen-/Einheitenzertifikats.

Häufiger Fehler: falscher Modus nach Wechselrichter-Tausch

Wird ein Wechselrichter getauscht oder auf Werkseinstellung zurückgesetzt, springt die Blindleistungsregelung oft auf cos φ = 1 oder eine Standard-Kennlinie zurück. Prüfe nach jedem Tausch, jedem Firmware-Update und jeder Rücksetzung, ob der vom VNB geforderte Modus wieder aktiv ist — sonst drohen Spannungsprobleme und im Zweifel eine Beanstandung durch den Netzbetreiber.

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