BYD Batteriespeicher in Home Assistant einbinden — so geht's

Ja, das geht — aber nicht über eine offizielle BYD-App-Anbindung, die es für Home Assistant nicht gibt. Du liest den Speicher entweder über deinen Wechselrichter aus (der einfache Standardweg) oder direkt über die Steuereinheit der Battery-Box im Netzwerk.
Eine BYD Battery-Box hängt immer an einem Hybrid- oder Batteriewechselrichter (SMA, Fronius, Kostal, Sungrow, GoodWe, Victron u. a.). Dieser Wechselrichter kennt Ladezustand, Lade-/Entladeleistung und Temperaturen des Speichers und gibt sie per Modbus TCP oder über die Hersteller-Integration heraus. Praktisch heißt das: Du bindest nicht die Batterie ein, sondern den Wechselrichter — und bekommst die Batteriedaten mit. Für die meisten großen Marken gibt es dafür fertige Integrationen in Home Assistant oder über HACS. Das ist der Weg, den du zuerst probieren solltest, weil du nichts an der Batterie selbst anfassen musst.

Die Battery-Box Premium (HVS/HVM/HVL) hat eine eigene Steuereinheit (BMU) mit Netzwerkanschluss — dieselbe, mit der du bei der Inbetriebnahme über die App "Be Connect" sprichst. Sie ist per Modbus TCP im lokalen Netz erreichbar. Dafür gibt es Community-Integrationen aus HACS, die die BMU direkt abfragen und dir Werte je Batteriemodul und einzelne Zellspannungen liefern — deutlich mehr Detail, als der Wechselrichter durchreicht. Du brauchst dafür die feste IP-Adresse der BMU aus deinem Router. Gib ihr eine DHCP-Reservierung, sonst reißt die Verbindung beim nächsten Adresswechsel ab.

Nimm den Wechselrichter, wenn du Ladezustand, Leistung und Energiebilanz willst — also alles, was du für das Energie-Dashboard und für Automatisierungen brauchst. Nimm den Direktweg auf die BMU zusätzlich, wenn du den Zustand der Batterie selbst beobachten willst: Zellspannungen, Balancing, Modultemperaturen, Fehlercodes. Beides parallel ist möglich und stört sich nicht, weil beide nur lesen. Wichtig: Der Direktweg gibt dir Diagnose, keine Steuerung — geladen und entladen wird weiterhin ausschließlich über den Wechselrichter.

Home Assistant kann die BYD-Batterie nicht direkt kommandieren. Es gibt keine offizielle BYD-Cloud-Schnittstelle für Endkunden und keine von BYD gepflegte Home-Assistant-Integration; alles, was du an Community-Lösungen findest, ist rückentwickelt und kann sich mit einem Firmware-Update ändern. Steuerbefehle ("jetzt laden", "jetzt nicht entladen") setzt du deshalb immer am Wechselrichter ab — der entscheidet, was die Batterie tut. Wer den Speicher wirklich fahren will, plant also über die Wechselrichter-Schnittstelle, nicht über die Batterie.

Home Assistant will für den Speicher zwei Energie-Sensoren in kWh: "in die Batterie geladen" und "aus der Batterie entnommen". Viele Wechselrichter liefern nur Momentanleistung in Watt. Dann baust du dir aus der Leistung über einen Riemann-Integral-Helfer die Energie und trägst diese Sensoren im Energie-Dashboard ein. Der Ladezustand in Prozent gehört nicht dorthin — der ist ein normaler Sensor fürs Dashboard und für Automatisierungen. Achte darauf, Laden und Entladen sauber zu trennen (positive und negative Leistung), sonst rechnet dir die Bilanz Unsinn zusammen.
Modbus TCP verträgt oft nur eine Verbindung gleichzeitig: Wenn schon ein anderes System (Portal-Datenlogger, zweites Auslesetool) am Wechselrichter hängt, bekommt Home Assistant Verbindungsabbrüche. Frag außerdem nicht im Sekundentakt ab — 5 bis 30 Sekunden reichen völlig und schonen das Gerät. Und wenn Werte fehlen: Bei vielen Wechselrichtern muss Modbus TCP im Gerätemenü erst aktiviert werden, ab Werk ist es aus.