Wie hat sich die Speicherentwicklung in Deutschland entwickelt?

Kurz gesagt: Der Speichermarkt in Deutschland hat sich von wenigen grossen Pumpspeicherwerken hin zu Millionen kleiner Batteriespeicher verschoben - getrieben vom Solar-Ausbau. Der staerkste Wachstumstreiber sind heute Batteriespeicher an PV-Anlagen, waehrend Grossbatteriespeicher am Netz das juengste, schnell wachsende Segment sind.
Lange Zeit bedeutete "Stromspeicher in Deutschland" fast ausschliesslich Pumpspeicherkraftwerke - grosse, wasserbetriebene Anlagen in Mittelgebirgen. Mit dem PV-Ausbau kam ab etwa 2013 der Heimspeicher-Boom: kleine Batterien im Keller von Eigenheimen. Der Marktschwerpunkt hat sich damit von wenigen Grossanlagen auf sehr viele dezentrale Batterien verlagert. Seit einigen Jahren kommt als drittes Segment der Grossbatteriespeicher am Netz dazu.

1) Heimspeicher: Batterien an privaten PV-Dachanlagen - das mengenmaessig groesste und am schnellsten gewachsene Segment. 2) Gewerbespeicher: groessere Batterien fuer Betriebe zur Eigenverbrauchs- und Lastspitzen-Optimierung. 3) Grossbatteriespeicher: Anlagen im MWh-Bereich, die direkt am Netz Regelleistung und Handel bedienen. Pumpspeicher bleiben leistungsstark, wachsen aber kaum noch, weil geeignete Standorte knapp sind.

Der wichtigste Treiber ist der Solar-Ausbau: Wer eine PV-Anlage baut, baut heute meist gleich einen Speicher dazu. Dazu kommen sinkende Batteriepreise, hohe Strompreise (Eigenverbrauch lohnt sich) und zunehmend Stunden mit negativen Strompreisen an der Boerse. Diese Negativstunden und die Preisunterschiede ueber den Tag machen Speicher auch wirtschaftlich interessant - fuer Eigenheime wie fuer Grossanlagen.

Pumpspeicher speichern Energie, indem sie Wasser bergauf pumpen und bei Bedarf ueber Turbinen wieder ablassen. Sie liefern viel Leistung ueber lange Zeit, brauchen aber besondere Geografie und lassen sich kaum neu bauen. Batteriespeicher sind flexibel, schnell errichtet und beliebig skalierbar - vom Keller-Akku bis zum Container-Grossspeicher. Der gesamte Zubau der letzten Jahre entfaellt deshalb fast vollstaendig auf Batterien.

Der Trend zeigt weiter nach oben, besonders bei Grossbatteriespeichern: Zahlreiche Projekte im MWh-Bereich sind geplant oder im Bau, um Solar- und Windstrom zeitlich zu verschieben und das Netz zu stabilisieren. Auch bidirektionales Laden von E-Autos wird als kuenftiger Speicher diskutiert. Konkrete Ausbauziele und Foerderungen entwickeln sich laufend - pruefe bei Zahlen immer das aktuelle Datum, statt aeltere Prognosen fortzuschreiben.
Fuer Eigenheime: Ein Speicher lohnt sich vor allem bei hohem Eigenverbrauch und wenn PV-Ueberschuss sonst schlecht verguetet wird. Fuer Betriebe und Landwirtschaft: Speicher senken Lastspitzen und koennen ueber Arbitrage und Regelleistung Geld verdienen. Entscheidend ist die ehrliche Rechnung fuer deinen konkreten Lastgang - nicht der allgemeine Markt-Trend.