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Erstattung für PV-Anlagen bei Abschaltung durch Bayernwerk

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Erstattung für PV-Anlagen bei Abschaltung durch Bayernwerk
Energie — Stromfee (KI-Bild)

Wenn Bayernwerk deine PV-Anlage aus Netzgründen abregelt oder abschaltet, steht dir eine Entschädigung für den entgangenen Strom zu – du musst sie aber selbst prüfen und einfordern. Hier erfährst du direkt, ob du Anspruch hast, wer zahlt und was du konkret tun musst.

Ja, du hast Anspruch – das ist die Rechtslage

Regelt der Netzbetreiber (bei dir Bayernwerk Netz GmbH) deine Anlage wegen Netzengpass ab, muss er dich für die nicht eingespeiste Energie – die sogenannte Ausfallarbeit – entschädigen. Rechtsgrundlage ist seit 1. Oktober 2021 das Redispatch 2.0 nach §13a EnWG; davor lief das gleiche Prinzip als Einspeisemanagement nach dem EEG. Die Entschädigung soll dich finanziell so stellen, als wäre nicht abgeregelt worden – du bekommst also im Kern die entgangene Einspeisevergütung bzw. Marktprämie ersetzt, abzüglich ersparter Kosten.

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Was du jetzt konkret tun musst

1) Prüfe, ob deine Anlage überhaupt unter Redispatch 2.0 fällt – das betrifft in der Regel Anlagen ab 100 kW installierter Leistung sowie kleinere, die vom Netzbetreiber steuerbar sind. 2) Fordere von Bayernwerk die Redispatch-/Abregelungsmeldungen und die berechnete Ausfallarbeit für den fraglichen Zeitraum an. 3) Vergleiche diese Werte mit deinen eigenen Erzeugungsdaten (Wechselrichter/Logger). 4) Reiche fehlende oder abweichende Entschädigungen schriftlich beim Netzbetreiber ein.

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Wer zahlt – und wie viel

Zahlungspflichtig ist dein Anschlussnetzbetreiber, also Bayernwerk Netz. Die Höhe richtet sich nach der Ausfallarbeit (kWh, die du ohne Abregelung eingespeist hättest) multipliziert mit deinem Vergütungssatz bzw. dem anzulegenden Wert. Bei Marktprämien-Anlagen kommt der Marktwert hinzu. Wichtig: Die Ausfallarbeit wird vom Netzbetreiber geschätzt oder gemessen – genau hier entstehen die meisten Fehler zu deinen Lasten.

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Energie — Stromfee (KI-Bild)
Spitz- oder Pauschalabrechnung – der Unterschied entscheidet

Beim Redispatch 2.0 wird die Ausfallarbeit über ein Abrechnungsmodell ermittelt: Bei der Spitzabrechnung wird auf Basis realer Messdaten nach dem Ereignis genau abgerechnet; bei der Pauschalabrechnung wird vorab mit Prognosewerten gearbeitet. Prüfe, welches Modell für deine Anlage hinterlegt ist – ein falsch gewähltes oder ungünstig prognostiziertes Modell kann deine Entschädigung spürbar verringern.

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Energie — Stromfee (KI-Bild)
Fristen: nicht zu lange warten

Entschädigungsansprüche unterliegen der regelmäßigen Verjährung von drei Jahren – gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem die Abregelung stattfand. Du kannst also auch zurückliegende Abschaltungen noch geltend machen, solange sie innerhalb dieses Zeitraums liegen. Sammle Meldungen und Erzeugungsdaten laufend, damit du bei einer Prüfung nachweisfähig bist.

Häufigster Fehler: zu niedrig geschätzte Ausfallarbeit

Die vom Netzbetreiber angesetzte Ausfallarbeit weicht oft von der tatsächlich entgangenen Erzeugung ab – etwa weil Referenz- oder Prognosewerte die reale Einstrahlung an deinem Standort nicht abbilden. Ein Abgleich deiner eigenen Wechselrichter-/Lastgangdaten mit den abgerechneten kWh deckt solche Lücken auf. Weicht es ab, kannst du die Korrektur schriftlich mit deinen Messdaten begründen.

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