Loxone mit Spotpreis, PV-Anlage und Batterie steuern — so geht's

Ja, das geht: Loxone kann stündliche Börsenpreise einlesen und daraus Schaltentscheidungen für Speicher, Wärmepumpe oder Wallbox ableiten. Du brauchst dafür drei Bausteine — eine Preisquelle, eine Logik im Miniserver und einen Wechselrichter bzw. Speicher, der sich von außen ansteuern lässt.
1) Preisquelle anbinden: Die Day-Ahead-Preise stehen ab etwa 13 Uhr für den Folgetag fest. Du holst sie als Zeitreihe in den Miniserver — meist per HTTP-Abfrage einer Preis-API oder über einen kleinen Vermittler (Raspberry Pi, Node-Server), der die Werte an Loxone weiterreicht. 2) Schwellen definieren: teuer / normal / billig, entweder als feste Cent-Grenzen oder als Rang innerhalb der 24 Tagesstunden. 3) Verbraucher und Speicher an diese Zustände hängen. 4) Zähler-Istwerte gegenmessen, sonst optimierst du blind.

Der Miniserver ist eine Steuerung, kein Optimierer. Er kann sehr zuverlässig „wenn Preis unter X und Speicher unter Y Prozent, dann laden" ausführen. Er rechnet aber von sich aus keinen optimalen Fahrplan über 24 Stunden. Wer echte Fahrplan-Optimierung will, lässt sie außerhalb rechnen und schiebt Loxone nur noch den Sollwert zu. Wichtig aus unserer Praxis: Ein HTTP-Befehl, den Loxone mit Status 200 quittiert, heißt noch nicht, dass er beim Wechselrichter ankommt. Wenn im Loxone-Programm zwar eine Sollwert-Variable existiert, aber kein Modbus-Ausgang dahinter verdrahtet ist, läuft der Befehl ins Leere und die Anlage ignoriert ihn stillschweigend. Das ist ein Fehler, der monatelang unbemerkt bleiben kann.

Loxone spricht Modbus TCP/RTU und HTTP. Dein Speicher oder Wechselrichter muss also entweder Modbus-Register für Lade-/Entladesollwert freigeben oder eine lokale API haben. Prüfe vor dem Kauf konkret: Gibt es eine dokumentierte Register-Map? Ist Fremdsteuerung ohne Cloud möglich? Bleibt die Garantie erhalten? Wenn ein Gerät nur über die Hersteller-Cloud steuerbar ist, hängt deine Preissteuerung an einer Internetverbindung und an fremden Servern. Wenn die Anbindung wackelt, hilft ein kleiner Edge-Rechner (z. B. Raspberry Pi) zwischen Loxone und Wechselrichter — der übernimmt die Modbus-Kommunikation sauber und Loxone gibt nur noch den Wunsch vor.

Mit PV ändert sich die Logik: Der Speicher soll tagsüber möglichst PV-Überschuss aufnehmen statt teuren Netzstrom zu Mittagspreisen. Deshalb gehört zur Preisregel immer eine PV-Prognose dazu, sonst lädst du morgens billig aus dem Netz voll und der Mittagsüberschuss geht anschließend ungenutzt ins Netz. Umgekehrt gilt: Ist der Börsenpreis in einer Stunde negativ, ist eingespeister Strom unter Umständen nichts wert — dann ist Eigenverbrauch oder Einspeicherung fast immer die bessere Entscheidung als Volleinspeisung. Welche Regeln für deine Anlage gelten, hängt an Inbetriebnahmedatum und Vergütungsmodell und sollte einzeln geprüft werden.

So sieht ein tragfähiges Regelwerk aus, ohne dass du dich verrennst: Die sechs günstigsten Stunden des Folgetags markierst du als Ladefenster — aber nur dann, wenn die PV-Prognose für den Tag unter deinem erwarteten Hausverbrauch liegt. Die drei teuersten Stunden markierst du als Entladefenster, mit einer Reserve, damit der Speicher abends nicht leer ist. Dazwischen läuft der Speicher im normalen Eigenverbrauchsmodus. Diese Struktur bildest du in Loxone mit einem Merker pro Stunde ab. Sie ist bewusst grob — Präzision bringt hier weniger als Verlässlichkeit.
Bevor du Regeln baust, brauchst du Zahlen: Lastgang deines Hauses oder Betriebs, PV-Erzeugung, Speicher-Ladezustand, und dazu den Börsenpreis in derselben Zeitauflösung. Erst wenn du diese vier Reihen nebeneinander legst, siehst du, ob die Preissteuerung tatsächlich etwas bringt oder ob dein Verbrauch ohnehin schon zu den günstigen Stunden passt. Achte dabei auf Zeitzonen: Preisdaten kommen je nach Quelle in UTC oder in Lokalzeit — verwechselst du das, verschiebt sich dein ganzer Fahrplan um ein bis zwei Stunden, und du lädst zuverlässig zum falschen Zeitpunkt.