Gasspeicher-Dashboard: Wo du die aktuellen Füllstände live siehst

Wenn du ein Gasspeicher-Dashboard suchst, willst du wahrscheinlich eines: den aktuellen Füllstand in Prozent sehen. Die drei wichtigsten öffentlichen Live-Dashboards und wie du sie liest, bekommst du direkt hier.
Öffne für europaweite Daten die AGSI+-Plattform von Gas Infrastructure Europe unter agsi.gie.eu — dort siehst du jeden Speicher, jedes Land und Deutschland gesamt als Füllstands-Balken, täglich aktualisiert. Für den rein deutschen Blick nutzt du das Lagedashboard der Bundesnetzagentur (bundesnetzagentur.de, Bereich 'Aktuelle Lage Gasversorgung') und die Auswertungen der Initiative Energien Speichern (INES, energien-speichern.de). Alle drei sind frei zugänglich, ohne Login.

Der Prozentwert bezieht sich immer auf das Arbeitsgasvolumen (das nutzbare Gas), nicht auf das physische Gesamtvolumen. Daneben steht meist der absolute Wert in TWh oder in Milliarden Kubikmeter. Wichtig: Die Zahlen haben in der Regel 1–2 Tage Meldeverzug — ein 'Live'-Dashboard zeigt also den letzten gemeldeten Gastag, nicht die Sekunde. Steigt der Wert, wird eingespeichert (typisch Sommer); sinkt er, wird ausgespeichert (typisch Winter).

Ja, es gibt verbindliche Zielwerte: Die EU-Gasspeicherverordnung (Verordnung (EU) 2022/1032) legte fest, dass die Speicher zum 1. November zu 90 % gefüllt sein sollen, mit Zwischenzielen im Jahresverlauf. Deutschland hatte über das Gasspeichergesetz (§ 35 EnWG) zeitweise noch höhere nationale Vorgaben. Achtung: Die EU hat die Regel 2025 flexibilisiert (u. a. ein größeres Zeitfenster und Abweichungsspielraum statt eines starren 90-%-Stichtags) — den exakten aktuellen Zielwert prüfst du am besten direkt im Dashboard, das die Ziellinie meist einblendet.

Deutschland hat die größte Gasspeicherkapazität der EU — grob ein Viertel des europäischen Arbeitsgasvolumens. Der größte einzelne Untergrundspeicher ist Rehden in Niedersachsen. Im AGSI+-Dashboard kannst du auf 'Germany' klicken und die einzelnen Speicheranlagen mit ihren jeweiligen Füllständen aufklappen — praktisch, wenn dich ein konkreter Standort in deiner Region interessiert.

Gasspeicher sind ein saisonaler Puffer: Von Frühjahr bis Herbst wird bei niedrigerer Nachfrage und oft günstigeren Preisen eingespeichert, im Winter bei hoher Heizlast wieder entnommen. Ein sinkender Füllstand im Januar ist also normal und kein Alarmsignal — entscheidend ist, ob der Speicher zum Winterbeginn ausreichend voll war und ob genug Ausspeicherleistung für kalte Tage bleibt.