Was ist die größte Batterie der Welt?

Wenn du nach der „größten Batterie der Welt" suchst, meinst du meist keinen Akku, sondern einen netzgekoppelten Batteriegroßspeicher (BESS) – ein ganzes Feld aus Container-Racks. Als größte Anlagen gelten seit einigen Jahren kalifornische Solar-plus-Speicher-Projekte im Bereich von rund 3.000 Megawattstunden (MWh) Kapazität.
Zu den größten Batteriespeichern der Welt zählen der Edwards & Sanborn Solar-plus-Storage-Park und die Moss Landing Energy Storage Facility, beide in Kalifornien (USA), jeweils in der Größenordnung von rund 3.000 MWh Speicherkapazität und mehreren Hundert MW Leistung. „Der eine unangefochtene Rekordhalter" existiert nicht dauerhaft: Neue Projekte in den USA und vor allem in China überholen sich fast jährlich, deshalb ist jede feste Zahl eine Momentaufnahme.

„Größte" kann zwei Dinge bedeuten. Die Leistung (in MW) sagt, wie schnell die Batterie ent- oder geladen werden kann – also wie viel Strom sie in einem Moment liefert. Die Kapazität (in MWh) sagt, wie viel Energie insgesamt gespeichert ist – also wie lange sie liefern kann. Ein Rekord-Speicher kann bei der einen Kennzahl vorn liegen und bei der anderen nicht. Achte in jeder Meldung darauf, welche Zahl gemeint ist.

Batteriegroßspeicher werden modular aus tausenden Zellen und Wechselrichtern gebaut. Ein Betreiber kann eine bestehende Anlage in mehreren Bauabschnitten erweitern, wodurch die „Nummer eins" innerhalb von Monaten wechselt. Zusätzlich zieht China beim Zubau stark an. Wenn dir jemand die größte Batterie „für immer" nennt, ist das mit Vorsicht zu genießen – gültig ist immer nur der aktuelle Stand mit Datum und Quelle.

Der Begriff „größte Batterie" wird für sehr verschiedene Dinge benutzt: (1) netzgekoppelte Lithium-Ionen-Großspeicher wie oben, das ist der übliche Fall; (2) Pumpspeicherkraftwerke, die technisch keine Batterie sind, aber weit mehr Energie speichern als jede Lithium-Batterie; (3) einzelne Rekord-Akkus in Fahrzeugen oder Schiffen. Für die Google-Frage „größte Batterie der Welt" ist fast immer der erste Fall gemeint.

Die Weltrekorde stehen in Kalifornien und China, weil dort viel Solarstrom tagsüber zwischengespeichert und abends abgegeben wird – genau dieselbe Logik gilt im Kleinen für deinen Gewerbe- oder Heimspeicher. Ob sich ein Speicher für dich lohnt, hängt nicht von der Größe ab, sondern von deinem Lastgang, Strompreis-Arbitrage (günstig laden, teuer nutzen) und – bei PV-Anlagen – vom Kappen der Einspeisespitzen. Rechnen lässt sich das für jede Anlagengröße konkret durch.