Die größten Stromspeicher-Kraftwerke – die Rangliste

Die größten Stromspeicher der Welt sind bis heute Pumpspeicherkraftwerke, gemessen in Gigawatt Leistung und Gigawattstunden Kapazität. Batteriegroßspeicher holen schnell auf, spielen aber bei der Einzelanlagen-Größe noch in einer kleineren Liga.
Bei größten Stromspeicher-Kraftwerken musst du zwei Kategorien unterscheiden. Pumpspeicherkraftwerke pumpen Wasser in ein Oberbecken und lassen es zur Stromerzeugung wieder abwärts durch Turbinen laufen – das sind die mit Abstand größten Speicher. Batteriegroßspeicher (Lithium-Ionen) sind schneller regelbar und schneller gebaut, aber pro Anlage meist kleiner. Wenn du nach dem größten Kraftwerk suchst, meinst du fast immer ein Pumpspeicherwerk.

An der Spitze stehen große Pumpspeicherwerke in China und den USA. Das Pumpspeicherwerk Fengning (China) gilt mit rund 3,6 GW als größtes der Welt; Bath County (USA) liegt bei rund 3 GW. Beide erreichen damit die Größenordnung mehrerer Kernkraftblöcke. Bei reinen Batteriespeichern liegen die größten Einzelprojekte inzwischen ebenfalls im Gigawatt-Bereich, vor allem in den USA und China – die genauen Spitzenwerte ändern sich hier laufend, weil ständig neue Anlagen ans Netz gehen.

In Deutschland ist das Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal in Thüringen mit rund 1 GW (etwa 1.060 MW) die größte Speicheranlage. Weitere große Pumpspeicher sind Markersbach, Wehr und Waldeck. Batteriegroßspeicher in Deutschland sind pro Standort noch deutlich kleiner, wachsen aber stark: Es sind zahlreiche neue Batterie-Kraftwerke im dreistelligen MW-Bereich geplant und im Bau (als geplant zu kennzeichnen, solange nicht am Netz).

„Größter Speicher“ ist zweideutig. Leistung (MW/GW) sagt, wie viel Strom die Anlage gleichzeitig ins Netz drücken kann. Kapazität (MWh/GWh) sagt, wie lange sie das durchhält. Ein Pumpspeicher kann Stunden liefern, ein typischer Batteriegroßspeicher heute meist 1–4 Stunden. Für einen fairen Vergleich brauchst du immer beide Zahlen – Leistung allein sagt nichts über die gespeicherte Energiemenge.

Mit dem Ausbau von Wind und Solar schwankt die Erzeugung stark. Große Speicher gleichen das aus: Sie nehmen Strom auf, wenn viel (und günstig) erzeugt wird, und geben ihn ab, wenn wenig da ist. Genau deshalb entstehen aktuell viele neue Batteriegroßspeicher – sie stabilisieren das Netz und verdienen an Preisunterschieden. Für Betreiber kleinerer Anlagen zählt derselbe Effekt im Kleinen (Eigenverbrauch, Netzentgelte, Vermarktung).