Wie bekommst du den dynamischen Strompreis in deine Loxone?

Du holst den Börsenpreis per virtuellem HTTP-Eingang als JSON in den Miniserver, zerlegst ihn mit einer Befehlserkennung und schaltest damit deine Verbraucher. Der Weg ist in einer Stunde gebaut — die Fallstricke liegen bei HTTPS, beim Zeitstempel und daran, dass ein Preis-Wert allein noch nichts steuert.
1) In Loxone Config einen Virtuellen HTTP-Eingang anlegen, Adresse = die JSON-URL deines Preis-Anbieters (Tibber, aWATTar, EPEX-Feed deines Versorgers). 2) Abfrage-Intervall auf einmal pro Stunde oder alle 15 Minuten setzen — häufiger bringt nichts, die Börse liefert nicht öfter. 3) Einen Virtuellen HTTP-Eingang-Befehl darunter anlegen und im Feld Befehlserkennung den JSON-Pfad eintragen (z. B. \v\total oder \v\marketprice), dazu Einheit ct/kWh. 4) Den Ausgang des Befehls auf einen Merker legen, damit du ihn überall im Programm verwenden kannst. 5) Merker gegen eine Schwelle vergleichen (Analog-Speicher + Vergleicher) und damit Wärmepumpe, Boiler, Wallbox oder Speicher freigeben. Fertig ist die Grundfunktion.

Fast alle Preis-APIs liefern nur über HTTPS. Der Miniserver ist damit historisch schwach — ältere Generationen können solche Aufrufe gar nicht, neuere stolpern über Zertifikate oder Umleitungen. Wenn dein HTTP-Eingang dauerhaft leer bleibt oder Fehler wirft, liegt es meist genau daran und nicht am JSON-Pfad. Der saubere Ausweg ist ein kleiner Edge-Rechner im selben Netz (Raspberry Pi o. ä.), der die API abfragt, den Preis lokal als schlichtes HTTP-JSON bereitstellt und den Miniserver nur noch von dieser lokalen Adresse lesen lässt. Genau dieses Muster nutzen wir bei uns im Feld, weil es zusätzlich den Preisverlauf mitloggt — der Miniserver selbst hält keine brauchbare Historie.

Der aktuelle Preis sagt dir nur, ob es gerade teuer ist — nicht, ob es später billiger wird. Ohne Verlauf schaltest du bei jedem lokalen Zwischentief ein und verschenkst das eigentliche Tal. Die Preis-APIs liefern die Stundenwerte für den Folgetag ab dem frühen Nachmittag mit. Zieh diese Liste in einen Merker-Satz (oder besser: auf den Edge-Rechner) und rechne daraus die günstigsten N Stunden aus. Erst dann steuerst du Bedarfszeiten statt Momentaufnahmen. In Loxone Config bildest du das mit mehreren Befehlserkennungen auf die Array-Positionen ab — bequemer und robuster ist es, das Ranking außerhalb zu rechnen und dem Miniserver nur noch eine Freigabe (0/1) plus den aktuellen Preis zu übergeben.

Preis-APIs liefern Zeitstempel je nach Anbieter in UTC oder in Lokalzeit. Wer das verwechselt, schaltet im Sommer zwei Stunden daneben — und merkt es erst an der Rechnung. Prüf im Rohdatensatz, ob am Zeitstempel ein Z bzw. ein Offset steht, und lies die Stundenwerte lieber über den Index der laufenden Stunde als über einen selbst gebastelten Vergleich. Wir haben genau diesen Fehler (Lokalzeit als UTC interpretiert) in eigenen Datenpfaden gefunden — er ist unauffällig und teuer.

Negative Börsenpreise sind kein Randphänomen mehr. In unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung zählen wir für Deutschland 2026 bis jetzt 409 Stunden mit negativem Day-Ahead-Preis, der Tiefstwert lag bei −500 EUR/MWh. Wenn dein Tarif diese Stunden durchreicht, ist das die Zeit zum Laden statt zum Sparen: Boiler hoch, Wallbox frei, Speicher voll. Baue deine Logik deshalb nicht nur mit einer oberen Sperrschwelle, sondern auch mit einer unteren Freigabe-Schwelle bei Preis kleiner oder gleich null. Wichtig: Ob und wie diese Stunden bei dir ankommen, hängt an deinem Vertrag und am Messkonzept — der Loxone-Baustein allein liefert dir keinen Cent, wenn der Tarif den Preis nicht weitergibt.
Bau einen Fallback: Wenn seit mehreren Stunden kein Wert eingetroffen ist, darf die Anlage nicht mit dem letzten alten Preis weiterschalten. Setz dazu einen Watchdog auf den HTTP-Eingang und fahr bei Ausfall auf ein festes Standardprogramm zurück. Und prüf nach dem Bauen mit echten Messwerten nach, ob dein Verbraucher wirklich zur gewünschten Stunde gelaufen ist — ein Sollwert, der im Programm sauber ankommt, aber am Ende keinen Ausgang beschreibt, ist ein Fehlerbild, das wir in Anlagen tatsächlich gefunden haben. Der Slider steht dann richtig, das Gerät macht trotzdem nichts.