Installierte Leistung und Kapazität von Batteriespeichern

Leistung (kW) sagt, wie schnell ein Speicher laden und entladen kann – Kapazität (kWh) sagt, wie viel Energie er insgesamt speichert. Beide Werte gehören zusammen, beschreiben aber zwei völlig verschiedene Dinge, die du beim Speicher nicht verwechseln solltest.
Die installierte Leistung wird in Kilowatt (kW) angegeben und beschreibt die maximale Lade- bzw. Entladegeschwindigkeit – also wie viel Strom pro Moment fließen kann. Die Kapazität wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben und beschreibt die gespeicherte Energiemenge – also wie lange der Speicher diese Leistung liefern kann. Merksatz: kW ist das Rohr, kWh ist der Eimer.

Leistung und Kapazität hängen über die Zeit zusammen: Kapazität (kWh) = Leistung (kW) × Dauer (h). Ein Speicher mit 10 kWh Kapazität, der mit 5 kW entlädt, ist nach rund 2 Stunden leer (10 ÷ 5 = 2). Der gleiche Speicher mit 10 kW Leistung wäre in 1 Stunde leer. Wenn dir jemand nur eine der beiden Zahlen nennt, kennst du den Speicher noch nicht.

Das Verhältnis von Leistung zu Kapazität heißt C-Rate. Bei 1C entlädt sich der Speicher in einer Stunde vollständig (z. B. 10 kW bei 10 kWh). Bei 0,5C dauert es zwei Stunden (5 kW bei 10 kWh). Viele Heimspeicher liegen bei etwa 0,5C – hohe C-Raten sind wichtig, wenn du kurze Lastspitzen kappen willst; für reine Eigenverbrauchs-Verschiebung reicht meist eine niedrigere Leistung.

Auf dem Datenblatt stehen oft zwei Kapazitätswerte: die nominale (Brutto-)Kapazität und die nutzbare (Netto-)Kapazität. Um die Zellen zu schonen, wird nie der volle Bereich genutzt – die Entladetiefe (Depth of Discharge, DoD) liegt bei modernen Lithium-Speichern typischerweise bei etwa 90–95 %. Rechne für den Alltag immer mit der nutzbaren Kapazität, denn nur die steht dir wirklich zur Verfügung.

Willst du abends möglichst viel selbst erzeugten Solarstrom nutzen, entscheidet die nutzbare Kapazität (kWh), wie weit du über die Nacht kommst. Willst du Lastspitzen kappen oder mehrere große Verbraucher gleichzeitig versorgen, entscheidet die Leistung (kW). Für Gewerbe und größere Anlagen zählt zusätzlich, ob die Wechselrichter-Leistung zur Speichergröße passt – sonst verschenkst du entweder Kapazität oder Geschwindigkeit.
Für angemeldete Speicher sind Leistung und Kapazität im Marktstammdatenregister (MaStR) hinterlegt. Achte auf die Nennleistung (kW) getrennt von der nutzbaren Speicherkapazität (kWh). Bei größeren PV-Speicher-Kombinationen lohnt der Blick, ob die eingetragene Leistung auf eine mögliche Wirkleistungs-Kappung abgestimmt ist – hier weichen Datenblatt und real abrechnungsrelevanter Wert manchmal ab.