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Was ist der Intraday-Strompreis?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Was ist der Intraday-Strompreis?
Energie — Stromfee (KI-Bild)

Der Intraday-Strompreis ist der Börsenpreis für Strom, der am selben Tag geliefert wird — gehandelt wird ihn fortlaufend, nicht in einer einzigen Auktion. Er entsteht, weil sich Prognosen für Wind, Sonne und Verbrauch nach der Day-Ahead-Auktion noch ändern und jeder Marktteilnehmer seinen Fahrplan kurzfristig nachjustieren muss.

Die kurze Antwort: fortlaufender Handel statt einer Auktion

Beim Intraday-Handel gibt es keinen einzelnen Preis pro Tag. An der Börse (in Deutschland vor allem EPEX SPOT) laufen Kauf- und Verkaufsangebote kontinuierlich gegeneinander — jedes Geschäft hat seinen eigenen Preis. Gehandelt werden Produkte je Stunde und je Viertelstunde, jeweils für ein bestimmtes Lieferfenster. Notiert wird in Euro pro Megawattstunde: 100 €/MWh sind 10 Cent je Kilowattstunde. Wenn jemand von „dem" Intraday-Preis spricht, meint er meist einen Index, der viele Einzelgeschäfte zusammenfasst.

Was ist der Intraday-Strompreis?
Energie — Stromfee (KI-Bild)
So liest du die Indizes ID1, ID3 und IDfull

Weil es tausende Einzelabschlüsse gibt, veröffentlicht die Börse volumengewichtete Durchschnitte je Lieferfenster. IDfull deckt den gesamten Handelszeitraum eines Produkts ab, ID3 nur die letzten drei Stunden vor Lieferbeginn, ID1 nur die letzte Stunde. Faustregel für die Praxis: Je kürzer das Fenster, desto näher liegt der Wert an der tatsächlichen Lage im Netz — und desto stärker schwankt er. Direktvermarkter rechnen deshalb häufig gegen ID3 oder ID1 ab; welcher Index in deinem Vertrag steht, entscheidet, welchen Preis du am Ende siehst. Schau in deinem Vertrag nach der Vergütungs- bzw. Strompreis-Klausel.

Was ist der Intraday-Strompreis?
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Wann gehandelt wird — der Zeitplan bis kurz vor Lieferung

Zuerst läuft mittags die Day-Ahead-Auktion für den Folgetag. Danach öffnet der kontinuierliche Intraday-Handel: am Vortag nachmittags für die Produkte des nächsten Tages, und er läuft dann durch bis kurz vor die jeweilige Lieferung. Marktgebietsübergreifend schließt das Handelsfenster üblicherweise 30 Minuten vor Lieferbeginn, innerhalb der deutschen Regelzonen kann bis wenige Minuten vor Lieferbeginn gehandelt werden. Genau in diesem letzten Fenster bewegt sich der Preis am stärksten, weil dort kurzfristige Prognosefehler und Kraftwerksausfälle ausgeglichen werden.

Was ist der Intraday-Strompreis?
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Intraday oder Day-Ahead — welcher Preis für dich zählt

Das ist die häufigste Verwechslung. Die EEG-Marktprämie hängt nicht am Intraday-Preis: Sie wird über den Monatsmarktwert (MW_Solar, MW_Wind, MW_Biomasse) berechnet, den die Übertragungsnetzbetreiber monatlich veröffentlichen — und der basiert auf Day-Ahead. Auch dynamische Haushaltstarife rechnen in der Regel mit den Day-Ahead-Stundenpreisen ab. Der Intraday-Preis wird für dich erst dann direkt relevant, wenn dein Direktvermarktungsvertrag ausdrücklich auf einen Intraday-Index verweist oder wenn du steuerbare Leistung (BHKW, Batteriespeicher, abschaltbare Last) kurzfristig fahren lässt.

Was ist der Intraday-Strompreis?
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Negative Preise: das zeigen die Daten für 2026

Negative Börsenpreise sind kein Ausreißer mehr, sondern regelmäßiger Betriebszustand. In unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung des deutschen Marktgebiets zählen wir für 2026 bis jetzt 465 Stunden mit negativem Preis, der tiefste beobachtete Wert liegt bei −500 €/MWh. Praktisch heißt das: In diesen Stunden zahlt der Einspeiser fürs Einspeisen, während Verbrauch belohnt wird. Weil im Intraday bis kurz vor Lieferung nachjustiert wird, kann sich eine Stunde dort deutlich anders darstellen als in der Day-Ahead-Auktion — mal teurer, mal noch tiefer im Minus.

Wo du die Preise live nachschaust

Auf boersenpreise.stromfee.ai laufen die Marktreihen nebeneinander: Day-Ahead, sechs Intraday-Reihen, elf Reihen Regelleistung und Kapazität sowie die Netzfrequenz, dazu die Blöcke zu negativen Preisen. Wichtig beim Vergleichen: Achte immer darauf, ob du eine Stunde oder eine Viertelstunde ansiehst und ob die Zeitachse in Ortszeit oder UTC läuft — die meisten Fehlinterpretationen entstehen genau an dieser Stelle, nicht am Preis selbst.

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