Lastspitzenbrechung: Was ist das und wie funktioniert sie?

Lastspitzenbrechung (auch Peak Shaving) bedeutet, kurzzeitige Leistungsspitzen im Stromverbrauch gezielt zu kappen, bevor sie deine Netzentgelte in die Höhe treiben. Denn bei registrierender Leistungsmessung zahlst du nicht nur für Arbeit (kWh), sondern auch für deine höchste Viertelstunden-Leistung (kW) im Jahr.
Lastspitzenbrechung glättet deine Lastkurve. Statt dass mehrere Verbraucher gleichzeitig anlaufen und für wenige Minuten eine hohe Spitze erzeugen, wird diese Spitze abgefangen – etwa durch einen Batteriespeicher, der in dem Moment einspeist, oder durch das zeitliche Verschieben einzelner Lasten. Das Ziel ist eine niedrigere Jahreshöchstlast.

Bei Betrieben mit registrierender Leistungsmessung (in der Regel ab 100.000 kWh Jahresverbrauch) setzt sich das Netzentgelt aus einem Arbeitspreis (€/kWh) und einem Leistungspreis (€/kW) zusammen. Der Leistungspreis bemisst sich an deiner höchsten gemessenen Viertelstundenleistung. Eine einzige kurze Spitze kann so das ganze Jahr über kosten.

Praktisch funktioniert das über mehrere Wege: (1) Batteriespeicher, der bei drohender Spitze automatisch einspeist; (2) Lastmanagement, das große Verbraucher (Kühlung, Pumpen, Ladepunkte) nacheinander statt gleichzeitig laufen lässt; (3) eigenerzeugte Leistung aus BHKW oder PV zum Spitzenzeitpunkt; (4) das Verschieben verschiebbarer Prozesse in verbrauchsärmere Zeiten.

Bevor du etwas kappst, brauchst du die Viertelstunden-Lastgangdaten deines Zählers. Daran erkennst du, wann und wie hoch deine Spitzen wirklich sind, wodurch sie entstehen und ob sie sich wiederholen. Erst dann lässt sich beurteilen, welche Methode passt und wie viel Leistung sich realistisch abfangen lässt.

Wenn deine Höchstlast regelmäßig außerhalb der Hochlastzeitfenster des Netzbetreibers liegt, kann nach §19 Abs. 2 StromNEV ein reduziertes Netzentgelt möglich sein (atypische Netznutzung). Ob und in welcher Höhe das gilt, hängt vom individuellen Lastgang und der Vereinbarung mit dem Netzbetreiber ab – das ist im Einzelfall zu prüfen.
Als grobe Faustregel: Je höher dein Leistungspreis und je ausgeprägter (kurz und hoch) deine Spitzen sind, desto eher rechnet sich Lastspitzenbrechung. Bei gleichmäßiger Grundlast ohne echte Spitzen ist der Effekt gering. Belastbar wird die Aussage nur mit deinen konkreten Lastgangdaten und deinem aktuellen Leistungspreis.