Welche Loxone Box brauchst du für einen dynamischen Stromtarif?

Die passende Box ist der Loxone Miniserver – eine eigene Tarif-Box gibt es nicht, der Miniserver übernimmt die Steuerung. Er holt sich deinen aktuellen Börsen-Strompreis und schaltet Wärmepumpe, Wallbox, Warmwasser und Speicher automatisch in die günstigen Stunden.
Für einen dynamischen Stromtarif brauchst du keine spezielle „Tarif-Box“. Der Loxone Miniserver (bzw. Miniserver Compact/Go) ist die Box – er ist die zentrale Steuerung, die den Strompreis kennt und deine Verbraucher danach schaltet. Was zwingend dazugehört: ein dynamischer Stromvertrag (der Preis muss variabel sein) und mindestens ein steuerbarer Verbraucher wie Wärmepumpe, Wallbox oder Heizstab.

Der Miniserver zieht Börsenpreise nicht von allein – du gibst sie ihm über einen HTTP-/Virtuellen Eingang. Dein Tarifanbieter oder eine Preis-Schnittstelle (z. B. EPEX/Day-Ahead) liefert den kWh-Preis, der Miniserver liest ihn per HTTP-Aufruf ein. In drei Schritten: 1) Preisquelle als virtuellen HTTP-Eingang anlegen, 2) eine Preisschwelle definieren (z. B. „günstig unter X ct/kWh“), 3) den steuerbaren Verbraucher an diese Schwelle koppeln.

Sobald der Preis unter deine Schwelle fällt, startet der Miniserver die Lasten, die zeitlich flexibel sind: Warmwasser aufheizen, Speicher laden, E-Auto laden, Wärmepumpe auf Vorlauf. In teuren Stunden hält er sie zurück. Genau hier liegt der Hebel eines dynamischen Tarifs – 2026 gab es in Deutschland bis jetzt 409 Stunden mit negativen Börsenpreisen (Tiefstwert −500 €/MWh, eigene ENTSO-E-Auswertung). In solchen Phasen kann Strom quasi kostenlos oder sogar mit Gutschrift bezogen werden – aber nur, wenn eine Steuerung wie Loxone genau dann zuschaltet.

Ohne variablen Tarif bringt die Loxone-Steuerung nichts. Bei einem dynamischen Tarif ändert sich dein kWh-Preis im Tagesverlauf – typischerweise stündlich oder alle 15 Minuten am Börsenpreis orientiert. Seit 2025 muss laut unserem Wissensstand jeder Stromanbieter in Deutschland einen dynamischen Tarif anbieten, du hast also Auswahl. Prüfe beim Vertrag, ob die Preise als maschinenlesbare Schnittstelle (API/URL) bereitstehen – sonst wird die Anbindung an den Miniserver umständlich.

Am meisten holst du bei großen, zeitlich verschiebbaren Lasten heraus: Wärmepumpe (Heizung/Warmwasser vorziehen), Wallbox (nachts oder in Preistälern laden statt sofort), Batteriespeicher (in günstigen Stunden laden, in teuren entladen) und Heizstab/Warmwasserspeicher. Rein zeitkritische Geräte wie Licht oder Kühlschrank bleiben außen vor – die Ersparnis kommt aus dem Verschieben der großen Verbraucher.
Damit der Miniserver auch die Erzeugungsseite (PV, Speicher, Wechselrichter) mitsteuert, arbeitet Loxone je nach Gerät über HTTP oder Modbus. In der Praxis ist die saubere Verdrahtung entscheidend: Ein HTTP-Sollwert erreicht den Miniserver zwar, wird aber nur umgesetzt, wenn im Loxone-Programm auch der passende Ausgang (z. B. Modbus zum Wechselrichter) verdrahtet ist. Plane die Anbindung deiner konkreten Geräte deshalb vor dem Kauf – nicht jeder Wechselrichter spricht dieselbe Schnittstelle.