Loxone Config: Beispiel für die Integration dynamischer Stromtarife

Loxone Config hat keinen fertigen „Dynamischer-Tarif"-Baustein – du holst den aktuellen Börsenpreis über einen Virtuellen HTTP-Eingang aus der API deines Anbieters (z. B. aWATTar, Tibber, Ostrom) und steuerst damit Wärmepumpe, Speicher oder Wallbox. Unten findest du die Schritte und ein Beispiel zum direkten Nachbauen.
Du legst in Loxone Config einen Virtuellen HTTP-Eingang an, der zyklisch (z. B. stündlich) die Preis-API deines Tarif-Anbieters abfragt. Über die Befehlserkennung parst du den Preiswert (ct/kWh oder €/MWh) aus der JSON-Antwort und speicherst ihn in einem Analog-Merker. Diesen Preis nutzt du dann als Steuergröße in deiner Logik. Ein nativer Tarif-Baustein existiert nicht – der HTTP-Weg ist der zuverlässige Standard.

1) Peripherie → Virtueller Eingang → „Virtueller HTTP-Eingang" hinzufügen. 2) Adresse = API-URL deines Anbieters eintragen. 3) Abfragezyklus setzen (z. B. 3600 s). 4) Unter dem Eingang einen „Virtuellen HTTP-Eingang Befehl" anlegen und in der Befehlserkennung das Muster vor/nach dem Preiswert eintragen, damit Loxone die Zahl extrahiert. 5) Einheit/Umrechnung setzen (z. B. €/MWh ÷ 10 = ct/kWh). 6) Den Wert auf einen Merker legen und in der Programmierung verwenden.

aWATTar bietet eine offene JSON-Schnittstelle (api.awattar.de/v1/marketdata), die die stündlichen Marktpreise in €/MWh liefert – ideal zum Testen ohne Token. Trage die URL als Adresse des HTTP-Eingangs ein, Zyklus 3600 s. In der Befehlserkennung ziehst du das Feld „marketprice" heraus und teilst durch 10, um ct/kWh zu erhalten. Tibber und Ostrom liefern Preise ebenfalls per API – Tibber über GraphQL mit persönlichem Zugangstoken, was einen Zwischen-/Proxy-Dienst sinnvoll macht.

Sobald der Preis als Analogwert vorliegt, vergleichst du ihn mit einer Schwelle (z. B. „laden nur unter X ct/kWh") und schaltest damit Verbraucher: Wärmepumpe/Warmwasser vorziehen, Wallbox freigeben oder den Batteriespeicher laden. Sinnvoll ist eine Rangfolge – erst die günstigsten Stunden nutzen. Bei sehr niedrigen oder negativen Börsenpreisen kannst du gezielt zusätzliche Lasten einschalten statt einzuspeisen.

Der volle Hebel entsteht, wenn der Loxone-Preis auch den Batteriespeicher steuert: In günstigen Stunden laden, in teuren aus dem Speicher decken (Arbitrage). In der Praxis läuft die Anbindung des Wechselrichters/Speichers oft über Modbus – teils direkt in Loxone, teils über einen kleinen Edge-Rechner (z. B. Raspberry Pi), wenn die Modbus-Ausgabe in Loxone unvollständig verdrahtet ist. Trenne die Preis-Logik sauber von der Geräte-Anbindung.
Achte auf Zeitzonen (Börsenpreise sind zeitstempelbasiert) und darauf, dass eine API auch mal nicht antwortet – setze einen Fallback/letzten gültigen Wert. Prüfe die Preis-Einheit (ct/kWh vs. €/MWh) und ob Netzentgelte/Abgaben enthalten sind: Die API liefert meist nur den Börsen-Spotpreis, dein Endpreis liegt höher. Teste die Befehlserkennung mit einer echten API-Antwort, bevor du automatisch schaltest.