Dynamischen Stromtarif in Loxone einbinden – Schritt für Schritt

Loxone hat keine fertige „Dynamischer-Tarif"-Funktion, aber der Miniserver kann den aktuellen Börsenpreis per HTTP von einem Preis-API abrufen und daraus deine Lasten steuern. Du brauchst dafür nur einen dynamischen Stromtarif mit Datenschnittstelle und einen virtuellen HTTP-Eingang.
Der Loxone Miniserver holt sich den Strompreis nicht von selbst. Du legst in Loxone Config einen „Virtuellen HTTP-Eingang" an, der die URL deines Preis-Anbieters (z. B. Tibber, aWATTar) aufruft und aus der JSON-Antwort den aktuellen ct/kWh-Wert herausliest. Diesen Preis-Wert nutzt du dann in der Logik wie jeden anderen Sensorwert – ganz ohne Zusatz-Hardware.

Voraussetzung ist ein Vertrag mit dynamischem, börsengekoppeltem Preis und einer offenen Schnittstelle. Gängig sind aWATTar (einfaches JSON-REST mit Stundenpreisen) und Tibber (GraphQL-API mit Token). Alternativ kannst du reine EPEX-Spot-Preise (Day-Ahead) von einer öffentlichen API ziehen und deinen Aufschlag selbst dazurechnen. Seit 2025 muss jeder Stromanbieter in Deutschland einen dynamischen Tarif anbieten – frag deinen Versorger nach der API bzw. dem Zugangstoken.

1) In Loxone Config unter „Virtueller Eingang" einen virtuellen HTTP-Eingang mit der API-URL anlegen (Abfrage z. B. alle 15–60 Min). 2) Einen HTTP-Eingang-Befehl (Command Recognition) definieren, der den Preis-Wert per Textmarke aus dem JSON extrahiert. 3) Den Wert als Analogsignal in die Programmierung legen. 4) Bei Tibber zusätzlich den API-Token im Header/URL hinterlegen. Ergebnis: ein Live-Preisbaustein, den du frei verschaltest.

Mit dem Preis-Wert baust du eine Schwellwert-Logik: Fällt der Preis unter deine Grenze (z. B. günstige Nacht- oder Mittagsstunden), schaltet Loxone Wallbox, Wärmepumpe, Warmwasser oder Batterieladung frei; steigt er, wird gedrosselt. Sinnvoll ist ein Baustein, der die günstigsten X Stunden des Tages sucht, statt nur eine feste Schwelle zu nutzen – so lädst du gezielt im Preistal.

Die Börsenpreise schwanken stark über den Tag. 2026 gab es allein bis jetzt über 400 Stunden mit negativen Börsenpreisen (Tiefstwert −500 €/MWh laut unserer ENTSO-E-Auswertung) – in diesen Zeiten kostet Strom faktisch nichts oder du bekommst Geld fürs Verbrauchen. Wer flexible Lasten wie Speicher, Wallbox oder Wärmepumpe automatisch in diese Fenster legt, verschiebt Verbrauch dahin, wo er am günstigsten ist.
Der Miniserver braucht dauerhaft Internetzugang zur API; fällt sie aus, sollte eine Fallback-Logik (letzter Preis oder feste Zeitfenster) greifen. Der reine Börsenpreis ist nicht dein Endpreis – Netzentgelte, Abgaben und Anbieteraufschlag kommen dazu, das gehört in deine Schaltschwelle eingerechnet. Und für viertelstundengenaue Steuerung brauchst du einen intelligenten Zähler (Smart Meter), sonst rechnet der Versorger anders ab, als du steuerst.