Strompreis in Loxone Config ändern: wo der Wert steht und was danach passiert

Der Strompreis steckt nicht in der App, sondern als Eigenschaft am Zähler- bzw. Energie-Baustein in Loxone Config – und er wirkt erst, wenn du das Projekt in den Miniserver speicherst. Hier stehen die Schritte, die Stolperfallen danach und der Weg für dynamische Tarife.
1) Loxone Config öffnen und das Projekt direkt aus dem Miniserver laden – nicht die alte Datei vom Desktop, sonst überschreibst du zwischenzeitliche Änderungen. 2) Den Verbrauchs-/Energiezähler bzw. den Energie-Baustein anklicken. 3) Rechts in den Eigenschaften das Preisfeld suchen (je nach Config-Version heißt es „Preis pro kWh", „Kosten pro Einheit" oder sitzt in den Tarif-Einstellungen des Bausteins). 4) Neuen Wert eintragen und auf die Einheit achten: €/kWh oder ct/kWh – ein Faktor 100 daneben fällt später kaum auf. 5) „In Miniserver speichern". Ohne diesen letzten Schritt rechnet der Miniserver weiter mit dem alten Preis, egal was auf deinem Bildschirm steht.

Der neue Preis gilt ab dem Speichern vorwärts. Bereits aufgezeichnete Statistiken werden nicht rückwirkend neu bewertet: Alte Zeiträume behalten die Kosten, die zum damaligen Preis berechnet wurden. Willst du eine Vorperiode mit dem neuen Preis vergleichen, nimm die Zählerstände (kWh) aus der Statistik und rechne extern gegen, statt in Config herumzuschrauben. Zweiter Punkt: Hast du mehrere Zähler-Objekte, hängt an jedem ein eigenes Preisfeld. Änderst du nur eines, laufen die anderen mit dem alten Tarif weiter.

Statt den Wert an jedem Baustein zu pflegen, legst du einen virtuellen Eingang oder Merker „Strompreis" an und referenzierst ihn überall. Vorteil: Der Wert ist dann von außen änderbar – über die App (wenn du ihn sichtbar schaltest) oder per HTTP-Aufruf – und du musst für einen Tarifwechsel nicht mehr Config starten und ins Gerät speichern. Feste Eigenschaftsfelder am Baustein kannst du dagegen ausschließlich in Config anfassen.

Bei stündlich oder viertelstündlich wechselnden Börsenpreisen ist Handeintragen sinnlos – der Preis kommt per Automatik (z. B. über einen virtuellen HTTP-Eingang, der die Tarifdaten deines Anbieters holt) in den zentralen Preis-Wert. Wichtig: Setz beim virtuellen Eingang die Untergrenze auf einen negativen Wert. Loxone begrenzt Werte auf den eingestellten Bereich, und negative Börsenpreise sind kein Randfall: Unsere eigene ENTSO-E-Auswertung zählt für Deutschland 2026 bislang 445 Negativstunden, der Tiefstwert lag bei −500 €/MWh, also −0,50 €/kWh. Steht die Untergrenze auf 0, sieht deine Steuerung genau die Stunden nie, in denen Verbrauchen bezahlt wird.

Ein häufiger Trugschluss: Der Preis ist erst mal nur eine Zahl für Anzeige und Kostenstatistik. Dass Wärmepumpe, Ladepunkt oder Wechselrichter bei billigem Strom anspringen, macht er nicht von allein – dafür braucht es eine Logik (Schwellwert/Vergleich) und einen verdrahteten Ausgang. Genau daran ist es bei uns schon praktisch gescheitert: Ein Sollwert ging sauber per HTTP in die Loxone (Status 200), die Variable existierte, aber es hing kein Modbus-Ausgang zum Gerät daran – der Wechselrichter hat den Wert nie gesehen. Prüf also nach der Preisänderung, ob die Kette Preis → Vergleich → Ausgang → Gerät wirklich durchgehend verdrahtet ist.
Projekt frisch aus dem Miniserver geladen? Aktuelle Projektdatei als Backup gesichert? Einheit geprüft (€/kWh vs. ct/kWh)? Arbeitspreis inklusive Netzentgelten, Abgaben und Umsatzsteuer eingetragen – also der Wert, der auch auf deiner Rechnung als Arbeitspreis steht, nicht der reine Beschaffungspreis? Grundpreis bleibt außen vor, der ist verbrauchsunabhängig und verfälscht die €/kWh-Rechnung. Und zum Schluss: nach dem Speichern kurz in die Visualisierung schauen, ob der neue Preis dort auch ankommt.