Loxone auf dynamische Strompreise optimieren – so geht's

Loxone kann Wärmepumpe, Wallbox, Warmwasser und Speicher gezielt in die günstigsten Börsenstunden legen. Ab Werk kennt der Miniserver die Preise aber nicht – du musst ihm die Tarifdaten erst zuführen und die Schaltlogik selbst bauen.
Der Loxone Miniserver hat keine eingebaute Anbindung an die Strombörse. Du brauchst zwei Dinge: eine Quelle für die stündlichen (bzw. viertelstündlichen) Day-Ahead-Preise deines dynamischen Tarifs und eine Logik, die daraus Schaltbefehle macht. Beides lässt sich einrichten – meist über einen HTTP-Abruf der Anbieter-API oder über einen Loxberry-Plugin als Zwischenstation. Ohne diesen Schritt reagiert Loxone nicht auf den Preis.

1) Dynamischen Tarif haben (z. B. Tibber, aWATTar, Ostrom) und dessen Preis-API kennen. 2) Preise in Loxone bringen: entweder per Virtuellem HTTP-Eingang direkt oder – zuverlässiger – über einen Loxberry mit passendem Plugin, der die Preise aufbereitet und an den Miniserver sendet. 3) In Loxone Config eine Logik bauen, die die günstigsten Stunden pro Tag markiert. 4) Deine Verbraucher (Wärmepumpe, Wallbox, Boiler) an diese Freigabe koppeln. 5) Testen und Komfort-Grenzen setzen, damit z. B. Warmwasser nie zu kalt wird.

Sinnvoll ist nur, was zeitlich flexibel ist und Energie speichert: Warmwasser-/Heizstab und Pufferspeicher, Wärmepumpe (über SG-Ready- oder Smart-Grid-Eingang bzw. Sollwert-Anhebung), E-Auto-Wallbox (Laden in die billigen Nachtstunden legen) und ein Batteriespeicher, den du gezielt in günstigen Stunden lädst. Nicht verschieben lässt sich Grundlast wie Kühlschrank oder Router – die ignorierst du.

Anbieter mit dynamischem Tarif stellen die Preise über eine API bereit (Tibber und aWATTar sind dafür verbreitet). Der Loxberry – ein kostenloser Zusatzrechner, oft auf einem Raspberry Pi – holt diese Preise regelmäßig ab und reicht sie an den Miniserver weiter. Die Day-Ahead-Preise für den Folgetag stehen üblicherweise am frühen Nachmittag fest, sodass Loxone den ganzen nächsten Tag vorausplanen kann.

Ein typisches Muster: Loxone bekommt die 24 Stundenpreise, sortiert sie und gibt die günstigsten N Stunden (z. B. die 4 billigsten für die Wallbox) als Freigabe frei. Alternativ setzt du eine Preisschwelle – laden/heizen nur, wenn der Preis unter X ct/kWh liegt. Bei negativen oder sehr niedrigen Preisen kannst du zusätzlich Warmwasser hochheizen oder den Speicher voll laden. Wichtig: immer eine Notfall-Freigabe einbauen, falls die Preise mal nicht ankommen.
Rechne mit dem Gesamtpreis, nicht nur dem Börsenpreis: Netzentgelte, Abgaben und der Anbieteraufschlag kommen oben drauf, die Spreizung zwischen teuer und günstig ist also kleiner als der reine Spotpreis. Achte auf Komfort-Grenzen und Sperrzeiten der Wärmepumpe. Und plane Ausfallsicherheit ein – wenn Loxberry oder API ausfallen, muss der Verbraucher trotzdem normal laufen.