Loxone mit dem Strompreis verbinden – Schritt für Schritt

Loxone hat keinen fertigen "Strompreis"-Knopf, aber der Miniserver kann Börsenpreise über einen virtuellen HTTP-Eingang selbst abholen und daraus Schaltbefehle machen. Du brauchst nur eine Preis-Quelle mit API (z. B. aWATTar oder Tibber) und ein paar Zeilen in Loxone Config.
Der Loxone Miniserver ruft über einen virtuellen HTTP-Eingang (Loxone Config → Peripherie → Virtueller HTTP-Eingang) regelmäßig eine Preis-API ab. Mit einem "Befehlserkennung"-Muster liest du den aktuellen Cent-Wert aus der JSON-Antwort aus. Diesen Wert vergleichst du per Logik-Baustein mit einer Schwelle – liegt der Preis darunter, schaltest du Verbraucher wie Warmwasser, Wärmepumpe oder Wallbox ein. Eine Loxone-Cloud ist dafür nicht nötig, der Miniserver arbeitet lokal.

Für dynamische (börsengekoppelte) Tarife brauchst du eine API, die die stündlichen EPEX-Day-Ahead-Preise liefert. Gängig sind die kostenlose aWATTar-API (liefert Preise als JSON pro Stunde) und die Tibber-API (Token nötig, ebenfalls JSON). Beide geben den Preis je Stunde für den aktuellen und meist den Folgetag zurück – ideal, um im Voraus zu planen. Wichtig: Prüfe, ob dein Stromvertrag überhaupt einen dynamischen Tarif hat; sonst zahlst du einen Festpreis und die Steuerung spart nichts.

1) In Loxone Config einen Virtuellen HTTP-Eingang mit der API-URL anlegen und ein Abfrage-Intervall (z. B. alle 15–60 Min.) setzen. 2) Einen Eingang-Befehl mit Befehlserkennung definieren, der den Preiswert aus dem JSON herausschneidet. 3) Den Wert auf einen Analog-Merker legen. 4) Über einen Vergleichs- oder Logik-Baustein eine Schwelle bilden (z. B. "unter 15 ct/kWh = ein"). 5) Den Ausgang mit dem Verbraucher (Relais, Wallbox-Freigabe, Wärmepumpen-Sperre) verknüpfen. Der Energiemanager-Baustein hilft, mehrere Lasten nach Priorität zu staffeln.

Sinnvoll sind träge, verschiebbare Lasten: Warmwasser-Speicher/Heizstab, Wärmepumpe, Batteriespeicher-Ladung und die Wallbox. Diese kannst du gefahrlos in die günstigen Stunden schieben. Bei negativen Preisen – 2026 gab es in Deutschland bislang 409 Negativstunden mit Tiefstwerten bis −500 €/MWh (eigene ENTSO-E-Auswertung) – bekommst du Strom faktisch geschenkt: perfekt, um genau dann Speicher und Auto zu laden. Bei Geräten mit Takt-Sperre (Wärmepumpe) immer die Herstellervorgaben zu Mindestlaufzeiten beachten.

Häufiger Stolperstein: Der HTTP-Slider/-Befehl kommt zwar bei Loxone an (HTTP 200), aber das Zielgerät reagiert nicht, weil im Loxone-Programm die Modbus-/Ausgangs-Verdrahtung nur halb fertig ist – die Variable existiert, aber es fehlt der Ausgang zum Wechselrichter. In solchen Fällen ist ein kleiner Edge-Rechner (z. B. Raspberry Pi) als Modbus-Brücke oft zuverlässiger. Achte außerdem auf Zeitzonen (Preise sind stündlich, meist in lokaler Zeit) und darauf, dass die API mal ausfällt – definiere einen Fallback-Wert.
Ja, wenn du einen dynamischen Tarif hast und verschiebbare Lasten (Wallbox, Wärmepumpe, Speicher) mit relevantem Verbrauch. Die Preisspanne zwischen teuren und günstigen Stunden reicht regelmäßig von deutlich über 200 €/MWh bis in den negativen Bereich – wer Lasten dorthin verschiebt, senkt seine Bezugskosten spürbar. Ohne dynamischen Tarif oder ohne größere steuerbare Verbraucher bringt die Integration dagegen kaum etwas.
Mit "Loxone Integration" ist gemeint, den Loxone Miniserver mit anderen Systemen sprechen zu lassen – also Sensoren, Wechselrichter, Zähler, Batteriespeicher oder Cloud-Dienste an die Gebäudesteuerung anzubinden, statt sie isoliert laufen zu lassen. Der Miniserver ist dabei die Zentrale: Er liest Werte ein, trifft Regel-Entscheidungen und schreibt Sollwerte zurück. Angebunden wird über offene Schnittstellen – am häufigsten Modbus TCP/RTU (für Wechselrichter und Energiezähler), HTTP/REST (Werte per virtuellem Eingang abrufen oder per virtuellem Ausgang senden), MQTT (über das Loxone-MQTT-Gateway für IoT-Geräte) sowie KNX für die klassische Gebäudetechnik.
Konkret gehst du so vor: (1) In Loxone Config einen "virtuellen Eingang" anlegen, wenn du Daten aus einem Fremdsystem einlesen willst – oder einen "virtuellen Ausgang", wenn Loxone einen Befehl senden soll. (2) Bei Modbus-Geräten das jeweilige Register aus dem Handbuch des Herstellers eintragen (Adresse, Datentyp, Skalierung) und dem Modbus-Extension bzw. dem Miniserver zuordnen. (3) Die eingelesenen Werte im Programm mit Bausteinen (z. B. Schwellwert, Zeitschaltuhr, Statusbaustein) verknüpfen und den Sollwert-Baustein bis zum Ausgang durchverdrahten – ein Slider, der nur eine interne Variable füllt, aber keinen Ausgang bedient, löst noch keine Aktion aus. (4) Konfiguration in den Miniserver speichern und live prüfen, ob Lese-Werte plausibel sind und ein gesendeter Sollwert am Zielgerät wirklich ankommt. Kurz: Ja, Loxone lässt sich mit praktisch jedem Gerät integrieren, das eine dieser Schnittstellen (Modbus, HTTP, MQTT, KNX) unterstützt – die Grenze ist nicht Loxone, sondern ob dein Zielgerät ein offenes Protokoll anbietet.