Loxone Tarife ändern — wo du den Strompreis wirklich anpasst

Tarife änderst du in Loxone an genau zwei Stellen: entweder direkt in der Loxone App, wenn der Preis im Programm als änderbarer Wert (Merker bzw. virtueller Eingang) angelegt ist — oder in Loxone Config in den Eigenschaften des jeweiligen Bausteins, gefolgt von „In Miniserver speichern". Ist der Preis fest im Baustein hinterlegt, kommst du ohne Loxone Config nicht weiter, egal wie lange du in der App suchst.
1) Loxone Config öffnen und dich mit dem Miniserver verbinden. 2) Vorher das aktuelle Projekt als Datei sichern — das ist deine Rückfalllinie. 3) Den Baustein suchen, der den Preis führt (Energie-/Verbrauchszähler bzw. der Baustein, den dein Programmierer für die Tarifumschaltung gesetzt hat) und ihn anklicken. 4) Im Eigenschaftenfenster den Preis pro kWh und, falls vorhanden, den zweiten Tarif (Hoch-/Niedertarif) samt Umschaltzeit eintragen. 5) „In Miniserver speichern" — erst danach rechnet der Miniserver mit dem neuen Wert. Achte darauf, dass der Miniserver dabei kurz neu startet und Regelungen kurzzeitig aussetzen können.

Faustregel: Was du in der App als Eingabefeld oder Schieberegler siehst, kannst du auch in der App ändern. Diese Felder sind im Programm bewusst als Merker oder virtueller Eingang angelegt worden. Siehst du den Preis nur als Anzeige (grauer Text, keine Eingabe), ist er im Baustein fest hinterlegt — dann führt kein Weg an Loxone Config vorbei. Wenn du das Projekt nicht selbst programmiert hast: Frag den Errichter, ob er den Tarif als änderbaren Wert herausführen kann. Das ist eine einmalige Programmänderung und erspart dir künftig bei jeder Preisanpassung den Config-Termin.

Genau das haben wir in einem Kundenprojekt gemessen: Ein Wert wurde per Schieberegler an den Miniserver geschickt, der Miniserver quittierte sauber (HTTP 200), die Variable im Programm änderte sich — und das angeschlossene Gerät ignorierte alles. Grund war eine halb fertige Verdrahtung im Loxone-Programm: Die Eingabe existierte, aber sie war nirgends auf einen Ausgang gelegt. Dasselbe Muster trifft Tarife. Prüfe deshalb nach jeder Änderung nicht die Eingabemaske, sondern das Ergebnis: Ändert sich die berechnete Statistik bzw. die Kostenanzeige nach der nächsten Messperiode tatsächlich? Wenn nicht, ist die Verdrahtung im Programm das Problem, nicht dein Eingabewert.

Wer einen Börsenstrom-Tarif hat, will keinen festen Cent-Wert eintragen, sondern den echten Stundenpreis. Dafür brauchst du eine Preisquelle, die der Miniserver abrufen kann — üblicherweise über einen virtuellen HTTP-Eingang, der die Preisdaten deines Anbieters holt, oder über eine Zwischenstelle (kleiner Rechner/Gateway), die die Preise aufbereitet und per Modbus oder MQTT an die Loxone übergibt. Der Vorteil dieser Zwischenstelle: Sie hängt nicht an der Loxone-Programmierung und lässt sich unabhängig anpassen. Der eingetragene Tarif im Baustein dient dann nur noch als Rückfallwert, wenn die Preisquelle ausfällt.

Zwei Dinge gehen bei Tarifänderungen regelmäßig schief. Erstens der Umschaltzeitpunkt zwischen Hoch- und Niedertarif: Er muss zu dem passen, was in deinem Liefervertrag und im Zähler hinterlegt ist — sonst rechnet deine Visualisierung sauber, nur eben anders als deine Rechnung. Zweitens die Zeitbasis: Werden Preise von außen geholt, kommen sie oft in UTC, während der Miniserver in Ortszeit denkt. Eine Stunde Versatz fällt im Sommer kaum auf und verfälscht dir trotzdem jede Kostenauswertung. Prüfe stichprobenartig eine bekannte Stunde gegen die Preisliste deines Anbieters, bevor du den Zahlen vertraust.
Bevor du in Loxone Config etwas anfasst: Projekt speichern und die Datei mit Datum ablegen. Wenn du mehrere Tarifänderungen im Jahr hast, notiere dir zusätzlich, ab welchem Datum welcher Preis galt — der Miniserver rechnet nach der Änderung mit dem neuen Wert, aber deine historischen Statistiken kennen diesen Schnitt nicht. Ohne diese Notiz kannst du später nicht mehr sauber erklären, warum die Kostenkurve einen Sprung macht. Und: Trage den Preis netto oder brutto ein — aber konsequent immer gleich, sonst vergleichst du beim nächsten Mal Äpfel mit Birnen.