MQTT Broker – was er macht und wie du ihn einrichtest

Ein MQTT Broker ist der zentrale Vermittler, über den Geräte per Publish/Subscribe Nachrichten austauschen, ohne sich direkt zu kennen. Er nimmt Nachrichten von Sendern (Publisher) entgegen und verteilt sie an alle, die das passende Thema (Topic) abonniert haben.
Der Broker ist die Software, die zwischen deinen Geräten sitzt. Ein Sensor sendet (publish) eine Nachricht an ein Topic wie `haus/keller/temperatur`, der Broker leitet sie an jeden weiter, der genau dieses Topic abonniert (subscribe) hat. Sender und Empfänger müssen sich nie direkt kennen – das entkoppelt deine Geräte und macht das System leicht erweiterbar.

1. Broker-Adresse und Port eintragen (Standard 1883, mit Authentifizierung oft ein zweiter Port). 2. Falls nötig Benutzer und Passwort setzen. 3. Ein Topic-Präfix festlegen, z. B. `standort/geraet/`. 4. Publish oder Subscribe auf den Topics starten. In unseren Anlagen erscheinen abonnierte Felder z. B. automatisch beim nächsten 5-Minuten-Zyklus, sobald der MQTT-Output am Gerät konfiguriert ist.

Der klassische MQTT-Port ist 1883 (unverschlüsselt, für interne Netze). Für Zugriff mit Benutzer/Passwort wird häufig ein separater Port genutzt – bei uns etwa Port 1884 mit Authentifizierung. Für Verbindungen über das offene Internet solltest du zusätzlich TLS-Verschlüsselung einsetzen, damit weder Zugangsdaten noch Messwerte mitlesbar sind.

Ein Broker speichert selbst keine Historie. Damit deine Messwerte dauerhaft nutzbar sind, abonniert ein Bridge-Dienst die relevanten Topics und schreibt sie in eine Datenbank. Bei uns liest z. B. ein Bridge-Service Topics wie `moormann/bhkw/*/json` und legt sie in ClickHouse ab – so wird aus dem flüchtigen Nachrichtenstrom eine auswertbare Zeitreihe.

Verbreitete MQTT-Broker sind Eclipse Mosquitto (schlank, weit verbreitet), EMQX und HiveMQ (auf viele gleichzeitige Verbindungen ausgelegt) sowie Cloud-Varianten. Für ein Heim- oder kleines Anlagen-Setup reicht meist Mosquitto auf einem Raspberry Pi oder kleinen Server. Welcher Broker passt, hängt von der Anzahl der Geräte und dem Bedarf an Ausfallsicherheit ab.
In der Anlagen- und Sensorik-Welt ist MQTT der Standard, um Zähler, Wechselrichter, Shelly- oder Loxone-Geräte anzubinden. Ein Edge-Gerät vor Ort veröffentlicht die Messwerte, der zentrale Broker sammelt sie ein, und ein nachgelagerter Dienst überführt sie in Dashboards und Auswertungen. So bekommst du aus vielen einzelnen Geräten ein einheitliches Live-Bild.