Negative Strompreise 2025 – was steckt dahinter?

Ein negativer Strompreis heißt: An der Strombörse kostet Strom weniger als null Euro – wer in diesen Stunden Strom abnimmt, bekommt rechnerisch Geld dazu, wer einspeist, zahlt drauf. 2025 traten solche Phasen in Deutschland weiterhin an vielen Stunden auf, vor allem mittags bei viel Sonne und Wind.
An der Strombörse (EPEX SPOT) wird der Preis stündlich bzw. viertelstündlich aus Angebot und Nachfrage gebildet. Übersteigt die Erzeugung – etwa aus PV und Wind – die Nachfrage deutlich, und lassen sich Kraftwerke nicht schnell genug drosseln, rutscht der Börsenpreis unter null. Erzeuger zahlen dann dafür, dass ihr Strom überhaupt abgenommen wird. Zum Einordnen: In unserer eigenen ENTSO-E-Auswertung zählen wir für 2026 bislang 409 Negativstunden mit einem Tiefstwert von −500 €/MWh.

Fast immer zur Mittagszeit an sonnigen, windigen Tagen mit geringer Nachfrage – typisch an Wochenenden, Feiertagen und in Brückentagen. Dann liefert die Photovoltaik ihr Maximum, während Industrie und Haushalte wenig verbrauchen. Nachts oder an bewölkten Werktagen kommen negative Preise dagegen kaum vor.

Mit einem normalen Festpreis-Tarif merkst du von negativen Börsenpreisen nichts – dein Arbeitspreis bleibt gleich, weil Netzentgelte, Steuern und Abgaben ohnehin den größten Teil deiner Rechnung ausmachen. Nur mit einem dynamischen (börsengekoppelten) Stromtarif wird der niedrige oder negative Börsenpreis an dich weitergegeben. Wer dann gezielt Wärmepumpe, E-Auto oder Speicher laufen lässt, senkt seine Kosten spürbar.

Seit dem Solarspitzengesetz (in Kraft am 25.02.2025, §51 Abs. 1a EEG) gibt es für neue Anlagen keine EEG-Marktprämie mehr für Strom, der in Viertelstunden mit negativem Preis eingespeist wird. Für Bestandsanlagen ab 400 kW gilt eine nach Ereignisjahr gestaffelte Stundenschwelle – 2025 entfällt die Vergütung, sobald der Preis vier bzw. drei Stunden am Stück negativ ist (§51 EEG 2023 i.d.F. 24.02.2025). Verlorene Zeiten werden über §51a teils später ausgeglichen.

Der Hebel heißt Flexibilität: Verbrauch in die günstigen Stunden verschieben und einen Batteriespeicher gezielt dann laden. Für Anlagenbetreiber lohnt es sich, in Negativphasen die Einspeisung zu drosseln oder den Strom selbst zu speichern, statt draufzuzahlen. Wie groß dein konkreter Spielraum ist, hängt von Anlagengröße, Tarif und Verbrauchsprofil ab.