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Negative Strompreise in der Schweiz – gibt es die?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Negative Strompreise in der Schweiz – gibt es die?
Energie — Stromfee (KI-Bild)

Ja, auch an der Schweizer Strombörse können die Preise ins Minus rutschen, meist an sonnigen, windigen Feiertagen mit wenig Verbrauch. Weil der Schweizer Grosshandel eng mit dem europäischen Markt (EPEX SPOT) gekoppelt ist, schlagen Überschüsse aus Deutschland und Frankreich direkt auf die Preise durch.

Kurz beantwortet: Ja, aber seltener als in Deutschland

Negative Strompreise entstehen im Day-Ahead-Handel, wenn die Erzeugung (viel Solar, Wind, Wasser) den Verbrauch übersteigt und Kraftwerke lieber draufzahlen als abzuschalten. Die Schweiz erlebt das ebenfalls, aber deutlich seltener als Deutschland: Ihre grossen, flexiblen Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke saugen Überschüsse auf und drücken die Stunden im Minus. Zum Vergleich – in Deutschland zählten wir 2026 bis jetzt 409 Negativstunden mit einem Tiefstwert von −500 €/MWh (eigene ENTSO-E-Auswertung).

Negative Strompreise in der Schweiz – gibt es die?
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Wann die Preise ins Minus fallen

Typisch sind sonnige Frühlings- und Sommer-Mittage an Wochenenden und Feiertagen: Die Solaranlagen liefern Maximum, Industrie und Büros stehen still, der Verbrauch ist am Boden. An solchen Stunden kann der Börsenpreis für eine oder mehrere Viertelstunden negativ werden. Nachts, im Winter und werktags zur Mittags-/Abendspitze passiert das praktisch nie.

Negative Strompreise in der Schweiz – gibt es die?
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Warum du als Haushalt meist nichts davon siehst

Negative Preise gelten am Grosshandelsmarkt (Börse), nicht auf deiner Rechnung. Schweizer Haushalte in der Grundversorgung zahlen einen regulierten, im Voraus festgelegten Tarif – der bleibt auch dann positiv, wenn die Börse ins Minus dreht. Nur mit einem dynamischen, börsengekoppelten Vertrag oder als Betrieb im freien Markt (Verbrauch über 100 MWh/Jahr) würdest du tiefe oder negative Stunden direkt spüren.

Negative Strompreise in der Schweiz – gibt es die?
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Wer wirklich profitiert

Profitieren können Verbraucher mit steuerbaren Lasten und börsennahen Tarifen: Wärmepumpe, Boiler, E-Auto oder Batteriespeicher gezielt in die günstigsten (teils negativen) Stunden verschieben. Wer einen Batteriespeicher hat, lädt im Preistief und nutzt den Strom später – so wird aus einem Marktsignal ein echter Kostenvorteil.

Negative Strompreise in der Schweiz – gibt es die?
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Schweiz und der europäische Markt

Die Schweiz ist zwar nicht im EU-Binnenmarkt, ihr Grosshandel läuft aber über EPEX SPOT und ist physisch stark mit den Nachbarn verbunden. Deshalb wandern Preissignale – auch negative – über die Grenze. Fällt in Deutschland an einem Sonntagmittag der Preis, zieht das die Schweizer Notierung tendenziell mit nach unten.

🎬 Betrieb in Negativstunden

→ Passend dazu: salzbatterien schweiz

Negativer Strompreis 2026: Gibt es den — und was gilt jetzt?

Ja, negative Strompreise gibt es 2026 — und zwar reichlich. Ein negativer Strompreis heißt: In der Day-Ahead-Auktion an der Börse liegt der Stundenpreis unter null, der Abnehmer bekommt also Geld dafür, dass er Strom nimmt. Das passiert, wenn viel Wind und PV einspeisen, die Last niedrig ist (Sonntage, Feiertage, milde Mittage) und gleichzeitig Kraftwerke am Netz bleiben, die sich nicht schnell genug herunterfahren lassen. In Deutschland zählen wir für 2026 bis jetzt 448 Stunden mit negativem Day-Ahead-Preis, der tiefste Wert lag bei −500 EUR/MWh, also −50 ct/kWh (eigene Auswertung der ENTSO-E-Daten). Weil die europäischen Day-Ahead-Märkte gekoppelt sind, schlagen diese Stunden auch auf die Nachbarzonen durch — die Schweiz hat allerdings keine EEG-Regel, die daran eine Vergütungsfolge knüpft; dort ist der Negativpreis reines Marktsignal.

Für dich als Anlagenbetreiber in Deutschland ist der wichtigste Punkt 2026 die Schwelle im §51 EEG: Für Negativpreis-Ereignisse im Kalenderjahr 2026 entfällt die Marktprämie schon, wenn der Day-Ahead-Preis in zwei aufeinanderfolgenden Stunden negativ ist — die Schwelle sinkt also weiter ab (§51 Abs. 1 EEG 2023 i.d.F. 24.02.2025 i.V.m. §100 Abs. 46 EEG). Konkret heißt das: Erstens schau in deinen Vergütungs- bzw. Direktvermarktungsvertrag, welche Regelung für dein Inbetriebnahmedatum gilt — die Stufen unterscheiden sich je nach Anlagenjahrgang. Zweitens lass dir von deinem Direktvermarkter die abgerechneten Negativstunden je Monat zeigen und gleiche sie mit deiner Einspeisung im 15-Minuten-Lastgang ab; nur so siehst du, wie viele deiner kWh tatsächlich in eine Sperrstunde gefallen sind. Drittens prüf, ob du in genau diesen Stunden Erzeugung verschieben (Speicher laden, Wärmepumpe oder Prozesse hochfahren) statt einspeisen kannst — dann wird aus der Sperrstunde ein Eigenverbrauchs- oder Beschaffungsvorteil. Und viertens: Als Verbraucher mit dynamischem Tarif und iMSys profitierst du in denselben Stunden — vorausgesetzt, du hast Verbrauch, den du zeitlich wirklich verschieben kannst.

Dazu von Stromfee
Live-ArbitrageMarktpreis heute

Was kosten dich die Negativstunden?

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