PV-Inspektion mit Drohne – so funktioniert sie

Bei der Drohnen-Inspektion überfliegt eine Drohne mit Wärmebild- und normaler Kamera deine PV-Module und macht defekte Zellen, Hotspots und ausgefallene Strings sichtbar. Du bekommst in kurzer Zeit einen Überblick über den Zustand einer ganzen Anlage, ohne jedes Modul einzeln von Hand prüfen zu müssen.
Die Wärmebildkamera zeigt Temperaturunterschiede: Ein einzelner heißer Punkt (Hotspot) deutet auf eine defekte oder verschattete Zelle hin, ein komplett wärmerer Modul-Streifen auf einen ausgefallenen Bypass-Dioden-Bereich, ein kaltes Modul auf einen unterbrochenen String. Zusätzlich fallen Verschmutzung, Zellrisse und PID-Effekte (Leistungsabfall durch Spannungsstress) auf. Die normale RGB-Kamera ergänzt das mit sichtbaren Schäden wie Glasbruch oder Delamination.

Zuerst wird die Anlage in einer Route programmiert, damit die Drohne die Module gleichmäßig und im richtigen Winkel überfliegt. Geflogen wird bei möglichst hoher Sonneneinstrahlung – die Norm IEC TS 62446-3 empfiehlt mindestens rund 600 W/m², weil sich Defekte erst unter Last thermisch abzeichnen. Danach werden die Wärmebilder ausgewertet und jede Auffälligkeit mit Position und Fehlerbild in einem Bericht dokumentiert.

Sinnvoll ist er vor allem bei größeren Dach- und Freiflächenanlagen, bei denen das manuelle Prüfen zu aufwendig wäre, sowie zur Abnahme neuer Anlagen und bei plötzlichem Ertragsrückgang. Bei einer kleinen Aufdachanlage mit wenigen Modulen reicht oft eine Sichtprüfung plus Kennlinienmessung. Faustregel: Je größer die Fläche und je unklarer die Fehlerursache, desto mehr spart die Drohne an Zeit.

Die Drohne liefert dir eine schnelle Verdachtsdiagnose, aber keine belastbare Leistungszahl. Was die Thermografie findet, solltest du elektrisch nachmessen lassen – etwa mit Kennlinienmessung (I-U-Kennlinie), Isolations- und Strangstrommessung. Erst die Kombination aus Wärmebild und Messung sagt dir, ob ein Modul getauscht werden muss oder nur gereinigt gehört.

Achte darauf, dass der Prüfbericht jeden Fund mit Position (Modul/String), Fehlertyp und Wärmebild dokumentiert und die Flugbedingungen nennt (Einstrahlung, Datum, Uhrzeit). Nur so ist die Inspektion nachvollziehbar und du kannst Mängel gegenüber Installateur oder Hersteller belegen. Kläre vorab, ob ein Nachflug bei zu geringer Einstrahlung enthalten ist.