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Rechenzentrum-Klimatechnik steuern: So funktioniert die Regelung

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Rechenzentrum-Klimatechnik steuern: So funktioniert die Regelung
Energie — Stromfee (KI-Bild)

Du willst wissen, wie die Kühlung im Rechenzentrum geregelt wird und wo du Strom sparen kannst? Hier bekommst du zuerst die Antwort – die Steuerung hält die Server-Zulufttemperatur im sicheren Fenster und fährt die Kälteleistung dem tatsächlichen IT-Wärmeeintrag nach.

Was die Steuerung konkret regelt

Server erzeugen praktisch ihre gesamte aufgenommene elektrische Leistung wieder als Wärme. Die Klimasteuerung sorgt dafür, dass die angesaugte Luft am Server-Einlass in einem definierten Fenster bleibt. ASHRAE (Technisches Komitee 9.9) empfiehlt für den Standard-Betrieb einen Zuluftbereich von rund 18–27 °C. Die Steuerung misst diese Temperatur (und meist auch die Luftfeuchte), vergleicht sie mit dem Sollwert und regelt Kälteleistung, Ventilatordrehzahl und Luftmenge entsprechend nach.

Rechenzentrum-Klimatechnik steuern: So funktioniert die Regelung
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Der Regelkreis Schritt für Schritt

1) Sensoren im Kalt-/Warmgang und an den Rack-Fronten liefern Ist-Werte für Temperatur, Feuchte und Differenzdruck. 2) Die Regelung (BMS/DCIM oder Klimageräte-Controller) vergleicht mit dem Sollwert. 3) Stellglieder reagieren: Verdichter- bzw. Kaltwasserventil, drehzahlgeregelte EC-Ventilatoren, Umluftmenge. 4) Bei Kaltgang-Einhausung wird der Differenzdruck geregelt, damit exakt so viel Luft strömt, wie die Server ansaugen – nicht mehr. So vermeidest du Über-Kühlung und unnötigen Ventilatorstrom.

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Kalt-/Warmgang-Trennung als Basis

Die wirksamste Grundlage jeder Steuerung ist die saubere Trennung von kalter Zuluft und warmer Abluft (Cold/Hot Aisle Containment). Wenn sich beide Luftströme nicht mischen, kannst du den Sollwert anheben, ohne Server-Einlasstemperaturen zu gefährden. Jedes zusätzliche Grad zulässige Zulufttemperatur erweitert das Zeitfenster, in dem du ohne mechanische Kälte auskommst.

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Free Cooling: Wann die Steuerung die Kältemaschine abschaltet

Ist es draußen kühl genug, kann die Steuerung von mechanischer Kühlung auf freie Kühlung (direkt über Außenluft oder indirekt über Kaltwasser/Wärmetauscher) umschalten. Die Regelung entscheidet das anhand von Außentemperatur und Kaltwasser-Vorlauf. Free Cooling ist der größte Effizienzhebel, weil in diesen Zeiten nur Ventilatoren und Pumpen laufen statt der Kältemaschine – deshalb sind Betreiber an möglichst hohen zulässigen Zulufttemperaturen interessiert.

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PUE: die Kennzahl, an der du die Steuerung misst

PUE (Power Usage Effectiveness) ist das Verhältnis aus Gesamtstromaufnahme des Rechenzentrums zur reinen IT-Stromaufnahme. Der ideale Wert ist 1,0; alles darüber ist Overhead – vor allem für Kühlung. Eine gut abgestimmte Klimasteuerung senkt den PUE, indem sie Über-Kühlung, ungeregelte Ventilatoren und Luft-Kurzschlüsse vermeidet. Miss den PUE vor und nach Optimierungen, sonst ist ‚spart Strom‘ nur eine Behauptung.

Redundanz und Sicherheit haben Vorrang

Klimasteuerungen in Rechenzentren sind auf Ausfallsicherheit ausgelegt (z. B. N+1-Redundanz der Klimageräte, USV-gestützte Regelung, Alarmierung bei Sollwert-Überschreitung). Effizienz wird immer innerhalb dieser Sicherheitsgrenzen optimiert – die Steuerung darf sparen, aber nie die zulässige Server-Einlasstemperatur riskieren.

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