SMA und Wärmepumpe: heizt du damit mit eigenem Solarstrom?

Kurz gesagt: "smad" ist fast immer ein Tippfehler für SMA – einen Hersteller von Solar-Wechselrichtern und Energiemanagement, nicht von Wärmepumpen selbst. Mit SMA-Technik steuerst du aber deine bestehende Wärmepumpe so, dass sie bevorzugt mit deinem eigenen PV-Strom läuft.
SMA (SMA Solar Technology) stellt Wechselrichter, Batterie-Wechselrichter und das Energiemanagement für Photovoltaik her. Eine eigene Wärmepumpe hat SMA nicht im Programm. Wenn du "SMA Wärmepumpe" suchst, geht es also darum, eine Wärmepumpe eines beliebigen Herstellers (z. B. Vaillant, Viessmann, Stiebel Eltron, Bosch) mit SMA-Technik zu koppeln, damit sie deinen Solarstrom nutzt.

Herzstück ist der SMA Sunny Home Manager 2.0. Er misst, wie viel PV-Überschuss gerade da ist, und gibt der Wärmepumpe ein Signal, wenn genug eigener Strom verfügbar ist. Die Wärmepumpe schaltet dann bevorzugt in dieser Zeit auf Warmwasser oder Heizen. Praktisch läuft das entweder über die SG-Ready-Schnittstelle der Wärmepumpe oder über ein Schaltrelais des Home Managers.

SG-Ready ist ein Standard-Label des Bundesverbands Wärmepumpe für Geräte, die sich von außen ansteuern lassen. Fast jede moderne Wärmepumpe hat zwei Steuerkontakte dafür. Der Home Manager kann darüber signalisieren: "Jetzt ist günstiger Solarstrom da – heize oder lade den Warmwasserspeicher." Prüfe im Datenblatt deiner Wärmepumpe, ob sie SG-Ready ist – das ist die Grundvoraussetzung.

Der Vorteil ist der höhere Eigenverbrauch: Statt Solarstrom für wenig Geld einzuspeisen, machst du daraus Wärme. Eine Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom typischerweise 3–4 kWh Wärme (Jahresarbeitszahl grob 3–4), sodass jede selbst genutzte Solar-Kilowattstunde mehrfach zählt. Konkrete Ersparnis hängt von PV-Größe, Speicher, Heizlast und deinem Nutzungsprofil ab – pauschale Prozentzahlen sind unseriös.

1) Eine PV-Anlage mit SMA-Wechselrichter oder das SMA-Energiemanagement. 2) Den Sunny Home Manager 2.0 plus geeichte Zähler für den Netzbezug. 3) Eine Wärmepumpe mit SG-Ready-Kontakt oder eine ansteuerbare Schaltschwelle. 4) Optional einen Warmwasser- oder Pufferspeicher, damit sich Überschussstrom als Wärme "parken" lässt. Die Einbindung übernimmt in der Regel deine Elektro- oder Heizungsfachfirma.
Ohne ausreichend große PV-Anlage bleibt der Überschuss klein, dann bringt die Steuerung wenig. Im tiefen Winter, wenn die Wärmepumpe die meiste Arbeit leistet, liefert die PV am wenigsten – die Kopplung glänzt eher in Übergangszeiten und bei der Warmwasserbereitung. Ist deine Wärmepumpe nicht SG-Ready oder nicht extern schaltbar, ist eine direkte Ansteuerung oft nicht möglich.
Kurz gesagt: SMA baut keine Wärmepumpen, sondern Wechselrichter und Energiemanager – und genau darüber entsteht die Verbindung. "SMA Wärmepumpe" meint praktisch, dass ein SMA-Energiemanager (der Sunny Home Manager 2.0 zusammen mit dem SMA Energy Meter) deine vorhandene Wärmepumpe so ansteuert, dass sie bevorzugt dann läuft, wenn deine PV-Anlage gerade Überschuss liefert. SMA selbst erzeugt also keine Wärme; es sorgt dafür, dass dein selbst erzeugter Solarstrom in die Wärmepumpe statt ins Netz fließt. Voraussetzung ist eine Wärmepumpe mit einer Schnittstelle, über die sie ein Freigabe- bzw. Anhebe-Signal annehmen kann – üblicherweise der SG-Ready-Eingang, den viele moderne Wärmepumpen mitbringen.
Konkret gehst du so vor: 1) Prüfe, ob deine Wärmepumpe einen SG-Ready-Anschluss (oder einen potenzialfreien Steuerkontakt) hat – steht im Datenblatt. 2) Stelle sicher, dass ein SMA Energy Meter oder ein kompatibler Zähler den Netzbezug/Einspeisung misst, damit der Sunny Home Manager den Überschuss überhaupt erkennt. 3) Lege im Sunny Home Manager die Wärmepumpe als steuerbaren Verbraucher an und verknüpfe den Schaltausgang (z. B. über ein Relais) mit dem SG-Ready-Eingang. 4) Der Manager schaltet die Wärmepumpe dann bei ausreichendem PV-Überschuss frei, sodass sie Warmwasser oder den Pufferspeicher "vorheizt". Also die klare Antwort: Ja, du kannst mit SMA deine Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom betreiben – aber nur indirekt als Steuerung/Energiemanagement, nicht als eigenes Heizgerät, und nur wenn deine Wärmepumpe eine ansteuerbare Schnittstelle hat. Ohne SG-Ready oder Steuerkontakt bleibt nur der ungeregelte Eigenverbrauch, bei dem die Wärmepumpe unabhängig vom Solarertrag heizt.
→ Vertiefung: Wechselrichter: Blindleistung ohne Wirkleistung