Solaranlage ohne Einspeisung – geht das?

Ja, das geht: Entweder du regelst die Anlage so, dass rechnerisch nichts ins Netz fließt (Nulleinspeisung), oder du baust sie ganz ohne Netzanschluss als Inselanlage. Beides ist technisch Standard – anmelden musst du die Anlage aber trotzdem.
Weg 1 – Nulleinspeisung: Deine Anlage bleibt am Netz, aber ein Regler drosselt die Einspeiseleistung auf null. Du verbrauchst nur selbst, beziehst Reststrom weiter aus dem Netz. Weg 2 – Inselanlage: Kein Netzanschluss, dafür zwingend Batteriespeicher, weil du nachts und bei schlechtem Wetter sonst ohne Strom dastehst. Alles andere ("einfach nicht anmelden und trotzdem einspeisen") ist keine Option, sondern ein Verstoß gegen die Anschlussbedingungen.

1. Wechselrichter wählen, der eine Nulleinspeisungs- bzw. Zero-Feed-in-Funktion beherrscht. 2. Messung am Netzanschlusspunkt setzen (Energiezähler/Smart Meter direkt hinter dem Hausanschluss), damit der Regler den Rückfluss ins Netz sieht. 3. Regelung parametrieren: Der Wechselrichter fährt die Leistung herunter, sobald am Zähler Rückspeisung auftritt. 4. Zusammen mit dem Elektriker prüfen, ob die Regelung schnell genug reagiert – kurze Rückspeise-Spitzen beim Abschalten großer Verbraucher sind normal und lassen sich nie ganz auf null bringen. 5. Anmeldung beim Netzbetreiber mit dem Hinweis "Überschusseinspeisung ausgeschlossen / Nulleinspeisung".

Auch eine Anlage ohne Einspeisung ist eine Stromerzeugungsanlage. Die Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur gilt unabhängig davon, ob du einspeist – ebenso die Anmeldung beim Netzbetreiber, sobald die Anlage am Hausnetz und damit am öffentlichen Netz hängt. Nur die echte Inselanlage ohne jede Netzverbindung fällt aus der Netzbetreiber-Anmeldung heraus; die Registrierungspflicht solltest du auch dort mit deinem Netzbetreiber bzw. anhand der aktuellen MaStR-Hinweise abklären, statt sie zu unterstellen.

Du verzichtest auf die Einspeisevergütung für den Überschussstrom. Rechne aber ehrlich: Selbst verbrauchte Kilowattstunden sparen dir den vollen Arbeitspreis deines Stromtarifs, eingespeiste bringen nur die Vergütung. Dazu kommt: Einspeisen heißt nicht automatisch Geld. Nach §51 EEG (Solarspitzengesetz) gibt es in Stunden mit negativem Börsenpreis 0 € EEG-Vergütung – und zwar ab der ersten Viertelstunde, kalenderjahr-gestaffelt. Wer ohnehin fast alles selbst verbraucht, verliert durch Nulleinspeisung wenig.

Typische Gründe: Der Netzanschluss gibt keine zusätzliche Einspeiseleistung her, der Anschlussprozess dauert dir zu lange, du willst den Zählerwechsel bzw. den Papierkram klein halten, oder es geht um eine Miet-/Zwischenlösung. Wenig sinnvoll ist Nulleinspeisung, wenn dein Verbrauch tagsüber niedrig ist: Dann drosselt der Wechselrichter über Mittag dauerhaft ab, und du verschenkst genau die Erträge, für die du die Module gekauft hast. Prüf vorher dein Lastprofil, nicht erst nach der Montage.
Erstens: Messung an der falschen Stelle – sitzt der Zähler nicht am Netzanschlusspunkt, regelt der Wechselrichter auf eine Größe, die gar nicht die Einspeisung ist. Zweitens: "Nulleinspeisung" als Ausrede für fehlende Anmeldung – das fällt spätestens beim Zählerwechsel auf. Drittens: Speicher ohne Konzept – ein Akku macht Nulleinspeisung erst dann wirtschaftlich, wenn er den Mittagsüberschuss in den Abendverbrauch schiebt. Viertens: keine Dokumentation der Einstellungen; wenn später jemand den Wechselrichter tauscht, ist die Regelung weg und du speist unbemerkt ein.