SolarEdge Software — welche Tools gibt es, und welches brauchst du?

"SolarEdge Software" ist kein einzelnes Programm, sondern eine Handvoll getrennter Tools: ein Web-Monitoring-Portal für Anlagenbetreiber, eine Endkunden-App, eine Installateur-App für die Inbetriebnahme, ein Planungstool und eine Schnittstelle für Fremdsysteme. Welches du brauchst, hängt nur davon ab, ob du die Anlage besitzt, sie baust oder ihre Daten woanders hin holen willst.
Du besitzt die Anlage: Monitoring-Portal (Browser, monitoring.solaredge.com) für Erträge, Modul-Ebene und Fehlermeldungen — plus die App mySolarEdge fürs Handy. Du baust die Anlage: SetApp für die Inbetriebnahme und Firmware, dazu Designer für die Auslegung im Angebotsstadium. Du willst die Daten in ein eigenes System: die Monitoring-API oder Modbus. Mehr Tools gibt es im Alltag nicht, und keines davon ersetzt ein anderes.

Das Portal zeigt dir Erzeugung, Verbrauch (nur wenn ein Zähler verbaut ist), Einspeisung und den Zustand jedes einzelnen Moduls — das ist der eigentliche Vorteil der Optimierer-Architektur: Du siehst, welches Modul schwächelt, nicht nur den String. Was das Portal nicht ist: ein Abrechnungs- oder Vermarktungssystem. Es rechnet keine Marktpreise, keine Direktvermarktungs-Erlöse und keine gesetzlichen Abregelungen gegen. Wer wissen will, was ihn eine Abregelung in Euro kostet, braucht dafür eine andere Datenquelle.

Neuere SolarEdge-Wechselrichter haben bewusst kein Bedienfeld. Die Inbetriebnahme, Länder- und Netzparameter sowie Firmware-Updates laufen über SetApp: Der Installateur verbindet sich per WLAN direkt mit dem Gerät und konfiguriert es über sein Handy. Wichtig für dich als Betreiber: SetApp ist für Installateurs-Accounts gedacht — Netz- und Sicherheitsparameter darfst du ohnehin nicht selbst verstellen. Für deinen Alltag brauchst du SetApp nicht.

Zwei Wege. Erstens die Monitoring-API: Du erzeugst im Portal einen API-Schlüssel (Admin-Rechte auf der Anlage nötig) und holst dir Ertragsdaten als JSON aus der SolarEdge-Cloud. Bequem, aber cloud-abhängig, in der Zeitauflösung begrenzt und mit einem Abruf-Limit versehen — nichts für Sekundenwerte. Zweitens Modbus TCP/RTU direkt am Wechselrichter, meist im SunSpec-Format: lokal, ohne Cloud, deutlich feinere Auflösung. Für Regelung und Steuerung führt praktisch immer Modbus zum Ziel, für Reporting reicht die API.

Sobald Speicher, Wärmepumpe oder Ladepunkt dazukommen — oder mehrere Anlagen an einem Netzverknüpfungspunkt —, stößt die Herstellersoftware an ihre Grenze: Sie kennt nur SolarEdge-Geräte. Ein Energiemanagement, das mehrere Hersteller, den Netzbezug und die Marktpreise gemeinsam betrachtet, setzt deshalb typischerweise über Modbus auf dem Wechselrichter auf und lässt das SolarEdge-Portal einfach parallel weiterlaufen. Wir machen das bei Kundenanlagen unter anderem über solche SolarEdge-Bridges, die die Live-Werte in eine eigene Datenbank schreiben.
Ertrag prüfen oder eine Störung nachvollziehen: Monitoring-Portal. Schnell auf dem Handy schauen: mySolarEdge. Eine Anlage planen oder ein Angebot rechnen: Designer. Etwas am Gerät einstellen: dein Installateur mit SetApp. Daten in ein eigenes System, Dashboard oder eine Regelung bringen: API für Reports, Modbus für alles, was schnell oder steuernd sein muss.