Somfy Solar bekommt zu wenig Licht – was du jetzt tun kannst

Kurz gesagt: Ein Somfy-Solarantrieb fährt nicht mehr, weil der Akku leer ist – und der Akku ist leer, weil das kleine Solarmodul über Tage weniger Energie einsammelt, als der Antrieb beim Fahren verbraucht. Du löst das in zwei Schritten: Akku extern nachladen, damit es sofort wieder geht, und danach die Ursache am Modul beseitigen, damit es nicht in zwei Wochen wieder passiert.
Trenne den Akkupack vom Modul und lade ihn mit dem für dein Set vorgesehenen Ladegerät bzw. Ladekabel auf – je nach Modell über einen eigenen Netzlader oder USB. Lade vollständig, nicht nur kurz an. Danach wieder anstecken und den Antrieb testen. Fährt er wieder normal, war es tatsächlich der Energiehaushalt und kein Defekt. Wichtig: Das ist eine Krücke, keine Lösung. Wenn das Modul weiterhin zu wenig Licht bekommt, stehst du in einigen Wochen wieder am selben Punkt.

1. Verschmutzung: Staub, Pollen, Vogelkot, Laub oder Schnee auf dem Modul – mit weichem Tuch und Wasser reinigen, keine Scheuermittel. 2. Verschattung: Steht das Modul im Schatten von Baum, Balkon, Nachbargebäude oder der eigenen Markise, wenn diese ausgefahren ist? Beobachte es einmal mittags. 3. Ausrichtung: Ein Modul an einer Nord-Fassade oder senkrecht hinter dem Sturz bekommt im Winter kaum nutzbares Licht. 4. Verbrauch: Wie oft fährt der Behang pro Tag? Jede Fahrt kostet Ladung. 5. Alter des Akkus: Verliert er nach Jahren Kapazität, reicht dieselbe Lichtmenge irgendwann nicht mehr.

Die Rechnung ist simpel: Im Sommer sind die Tage lang und die Sonne steht hoch, im Winter sind es wenige Stunden schwaches, flaches Licht – oft tagelang bedeckt. Dein Verbrauch bleibt aber gleich oder steigt sogar, weil du früher schließt und später öffnest. Genau dann kippt die Bilanz und der Antrieb stoppt irgendwann mitten in der Fahrt oder reagiert gar nicht mehr. Wenn dein Problem im November oder Januar auftaucht und im Frühjahr von selbst verschwindet, hast du kein defektes Gerät, sondern eine zu knappe Energiebilanz.

Setze das Modul dorthin, wo es über den Tag am längsten direkte Sonne sieht: möglichst Süd-, sonst Ost- oder Westseite, frei von Schatten, und nicht flach unter einem Vorsprung, wo im Winter nie Sonne hinkommt. Viele Sets erlauben ein separates Verlegen des Moduls mit Verlängerung, du bist also nicht an den Rollladenkasten gebunden. Prüfe vor dem Bohren an einem sonnigen Tag, wie lange die gewählte Stelle wirklich Sonne bekommt – nicht am Vormittag schätzen, sondern morgens, mittags und nachmittags nachschauen.

Lässt sich die Position nicht verbessern, reduziere die Fahrten: Automatiken, Sonnensensoren und Zwischenpositionen, die den Behang mehrfach täglich bewegen, kosten Ladung. Eine Fahrt runter und eine hoch pro Tag ist deutlich sparsamer als sensorgesteuertes Nachführen. Auch Schwergängigkeit zählt: Klemmt die Führungsschiene oder ist der Behang verzogen, zieht der Motor mehr Strom für dieselbe Fahrt. Führung und Lager gangbar halten ist damit auch eine Energiemaßnahme.
Es gibt Situationen, in denen kein Reinigen und kein Umsetzen hilft: dauerhaft verschattete Nordseite, Innenhof, tiefe Laibung, Fenster hinter einem Vordach. Dort ist Solar die falsche Bauform, und du reibst dich an einem Problem auf, das die Physik vorgibt. Der ehrliche Weg ist dann ein netzbetriebener oder funkgesteuerter Antrieb mit fester Stromversorgung – oder ein Modul, das räumlich getrennt an einer besonnten Stelle sitzt und per Kabel zum Antrieb geht.