Spotpreis in Loxone einbinden — so bekommst du den Börsenpreis in den Miniserver

Loxone hat keine eingebaute Börsenpreis-Funktion — du holst den Day-Ahead-Preis über einen virtuellen HTTP-Eingang von einer Preis-API und legst ihn auf einen Analogwert. Ab da steuerst du damit ganz normal deine Verbraucher, so wie mit jedem anderen Sensorwert.
1) Preisquelle wählen: eine API, die dir den Day-Ahead-Preis als JSON liefert (z. B. der Anbieter deines dynamischen Tarifs oder eine öffentliche Marktdaten-API). 2) In Loxone Config einen Virtuellen HTTP-Eingang anlegen, URL eintragen, Abfrage-Zyklus auf ein paar Minuten stellen. 3) Über die Befehlserkennung den aktuellen Preis aus der Antwort herausziehen und als Analogwert auf einen Merker legen. 4) Diesen Merker als Eingang für deine Logik nutzen — Schwellwert-Baustein oder Vergleich gegen einen Tagesmittelwert. Mehr braucht es für den Einstieg nicht.

Der Miniserver der ersten Generation spricht kein HTTPS — moderne Preis-APIs liefern aber fast nur noch über TLS aus. Und die Befehlserkennung des HTTP-Eingangs ist beim Zerlegen verschachtelter JSON-Arrays schnell am Ende, weil dort 24 Stunden bzw. 96 Viertelstunden in einem Rutsch kommen. Beide Probleme löst derselbe Trick: Setz einen kleinen Vermittler davor (Raspberry Pi, NAS, Home-Server). Der holt die API, rechnet den aktuell gültigen Preis aus und gibt auf Anfrage nur noch eine einzige nackte Zahl zurück — über einfaches HTTP im lokalen Netz. Loxone muss dann nichts mehr parsen. Wir fahren dieses Muster bei Kundenanlagen produktiv: Der Pi macht die Vorverarbeitung, Loxone macht die Logik.

Ehrliche Antwort: Nur wenn dein Strompreis dem Spotpreis folgt. Hast du einen Festpreistarif, spart dir die schönste Preiskurve keinen Cent — du siehst dann nur zu. Der Nutzen entsteht bei einem dynamischen Tarif (Verbrauchsseite) oder bei Direktvermarktung deiner Erzeugung (Einspeiseseite). Rechne außerdem damit, dass der Börsenpreis nur ein Teil deiner Rechnung ist: Netzentgelte, Umlagen, Steuern und der Aufschlag deines Lieferanten kommen obendrauf und sind meist konstant. Deine Ersparnis entsteht also aus der Schwankung des Börsenanteils, nicht aus dem Gesamtpreis.

Die Day-Ahead-Auktion wird am Vortag mittags abgewickelt, danach stehen die Preise für den kommenden Tag fest. Plane deine Abfrage also so, dass du am frühen Nachmittag den Folgetag ziehst — dann kann deine Loxone-Logik den ganzen Abend voraus planen statt nur zu reagieren. Seit Oktober 2025 werden die deutschen Day-Ahead-Preise in 15-Minuten-Produkten gehandelt, die Kurve ist also feiner als früher. Wenn deine Logik noch auf Stundenblöcke ausgelegt ist, prüfe, ob deine Quelle Stundenwerte oder Viertelstunden liefert — sonst schaltest du auf dem falschen Raster.

Ein fester Schwellwert („schalte unter X ct") ist die einfachste, aber schlechteste Lösung — an teuren Tagen läuft nichts, an billigen alles. Besser: Lass den Vermittler die günstigsten N Zeitscheiben des Tages markieren und liefere Loxone eine 0/1-Freigabe. Dann sagst du deiner Anlage „lade die Wallbox in den vier günstigsten Stunden bis morgen früh" statt „lade unter einem Preis, den es heute vielleicht gar nicht gibt". Bei Wärmepumpe und Warmwasser koppelst du die Freigabe zusätzlich an die Speichertemperatur — Komfort schlägt Preis, sonst steht dein Kunde kalt da.
Aus der Praxis der wichtigste Punkt. Wir hatten den Fall, dass ein Loxone-Slider einen Sollwert sauber annahm, HTTP 200 zurückkam — und das angeschlossene Gerät trotzdem nichts tat, weil im Loxone-Programm zwar die Variable existierte, aber kein Ausgang zum Gerät verdrahtet war. Der Sollwert war nur eine interne Spiegelung. Verlass dich deshalb nie auf „der Befehl ging raus": Miss die tatsächliche Wirkleistung zurück und vergleiche sie mit dem Sollwert. Ohne Rückmessung weißt du nicht, ob du steuerst oder nur einen Regler anschaust.