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SPS: MQTT oder Polling – was nimmst du für welche Daten?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
SPS: MQTT oder Polling – was nimmst du für welche Daten?
Energie — Stromfee (KI-Bild)

Beim Polling fragt ein Master (deine SPS oder ein Gateway) jeden Datenpunkt in festen Zeitabständen aktiv ab – Request, Antwort, warten, wiederholen. Bei MQTT dreht sich das um: Das Gerät schickt seinen Wert von selbst an einen Broker, sobald er sich ändert oder ein Intervall abläuft, und alle Interessenten bekommen ihn zugestellt.

Die kurze Antwort: Wann was?

Für die schnelle Steuerungsschleife direkt an der Maschine (Regelung, Verriegelung, harte Zykluszeiten) nimmst du Polling – meist Modbus TCP/RTU. Für Monitoring, viele verteilte Sensoren und den Weg in eine Cloud oder Datenbank nimmst du MQTT. Beides schließt sich nicht aus: Sehr oft pollt ein Edge-Gateway die SPS lokal per Modbus und veröffentlicht die Werte dann per MQTT nach außen – genau so laufen bei uns z. B. der Modbus-Poller (`janitza-poller`) und der MQTT-Publisher parallel auf demselben Edge-Rechner.

SPS: MQTT oder Polling – was nimmst du für welche Daten?
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Polling: deterministisch, aber du fragst immer

Beim Polling bestimmt der Master das Timing. Er liest z. B. alle 1–5 Sekunden die Register ab – ob sich der Wert geändert hat oder nicht. Vorteil: vorhersehbar, einfach, keine zusätzliche Broker-Infrastruktur, und du merkst sofort, wenn ein Slave nicht antwortet (Timeout). Nachteil: Jede Abfrage kostet einen Roundtrip, auch wenn sich nichts geändert hat. Deine schnellste Reaktionszeit ist immer maximal dein Poll-Intervall, und bei vielen Slaves summiert sich die Zykluszeit. Typisch bei Modbus, klassischem OPC und den meisten Feldbussen.

SPS: MQTT oder Polling – was nimmst du für welche Daten?
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MQTT: Push per Report-by-Exception

MQTT ist Publish/Subscribe über einen Broker. Das Gerät (oder ein Gateway) publiziert auf ein Topic wie `standort/bhkw/leistung`, der Broker verteilt an alle Subscriber. Der große Hebel ist Report-by-Exception: Du sendest nur, wenn sich der Wert wirklich ändert. Das senkt die Netzlast deutlich und bringt Änderungen mit minimaler Latenz zu allen Empfängern gleichzeitig. QoS-Stufen (0/1/2) regeln die Zustellsicherheit, „Retained Messages“ liefern neuen Subscribern sofort den letzten Stand. Preis dafür: Du brauchst einen Broker, und die SPS selbst spricht oft kein MQTT – dann übersetzt ein Edge-Gerät.

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Direktvergleich der harten Kriterien

Latenz bei Änderungen: MQTT nahezu sofort, Polling erst beim nächsten Zyklus. Netzlast: MQTT niedrig (nur bei Änderung), Polling konstant hoch. Determinismus/harte Echtzeit: Polling gewinnt, weil das Timing fest im Master liegt. Skalierung auf viele Datenpunkte/Standorte: MQTT gewinnt, weil Sender und Empfänger entkoppelt sind. Ausfallerkennung: Polling merkt Stille sofort per Timeout; bei MQTT brauchst du dafür Last-Will-Nachrichten oder Heartbeats. Infrastruktur: Polling braucht nichts extra, MQTT braucht einen Broker.

SPS: MQTT oder Polling – was nimmst du für welche Daten?
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Kann die SPS überhaupt MQTT?

Moderne Steuerungen (z. B. viele Codesys-basierte, Siemens mit passender Bibliothek, Wago, Beckhoff) können MQTT direkt publizieren. Ältere oder einfache SPSen sprechen nur Modbus/Feldbus – dort setzt du ein kleines Edge-Gerät (Industrie-PC oder Raspberry Pi) davor, das per Polling liest und per MQTT weiterschickt. Das ist das gängigste Muster für Bestandsanlagen und genau der Weg, über den bei uns Loxone-Miniserver und Zähler ihre Werte an den Ingest-Hub liefern.

Empfehlung für die Praxis

Trenne die zwei Ebenen sauber. Ebene 1 – Steuerung an der Maschine: Polling per Modbus, kurzes deterministisches Intervall, keine Cloud dazwischen. Ebene 2 – Monitoring, Datenhaltung, Fernzugriff, mehrere Standorte: MQTT mit Report-by-Exception, QoS 1 für wichtige Werte, Last-Will für Ausfallerkennung. Wenn du nur ein einzelnes Gerät lokal ausliest, ist Polling oft schon genug – MQTT lohnt sich, sobald mehrere Empfänger, mehrere Standorte oder eine Datenbank/Cloud ins Spiel kommen.

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