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Statistisches Bundesamt und negative Strompreise: Wo findest du die Zahlen?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Statistisches Bundesamt und negative Strompreise: Wo findest du die Zahlen?
Energie — Stromfee (KI-Bild)

Wenn du beim Statistischen Bundesamt (Destatis) nach negativen Strompreisen suchst, findest du sie dort in der Regel nicht direkt. Destatis veröffentlicht Strompreis- und Erzeugungsstatistiken, aber die stündlichen Börsenpreise, in denen der Preis negativ wird, kommen aus einer anderen Quelle.

Kurze Antwort: Nein, Destatis führt keine negativen Börsenpreise

Das Statistische Bundesamt erhebt Strompreise für Haushalte und Industrie sowie Daten zur Stromerzeugung – also Durchschnitts- und Endkundenpreise. Negative Strompreise entstehen dagegen am kurzfristigen Großhandelsmarkt (Day-Ahead-Auktion an der Strombörse). Diese stündlichen Werte stehen nicht in den Destatis-Preisstatistiken. Wenn du konkret negative Stunden zählen willst, brauchst du die Börsen- bzw. Netzdaten, nicht Destatis.

Statistisches Bundesamt und negative Strompreise: Wo findest du die Zahlen?
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Wo du die echten Zahlen zu negativen Strompreisen findest

Die verlässlichen Quellen für negative Strompreise sind: SMARD, das Datenportal der Bundesnetzagentur (zeigt Day-Ahead-Großhandelspreise stundengenau), die EPEX Spot (Strombörse, an der die Preise entstehen) und ENTSO-E (europäische Plattform der Übertragungsnetzbetreiber mit den Marktpreisen). Dort siehst du für jede Stunde, ob der Preis positiv oder negativ war – das kann Destatis so nicht liefern.

Statistisches Bundesamt und negative Strompreise: Wo findest du die Zahlen?
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Was heißt „negativer Strompreis" überhaupt?

Ein negativer Strompreis bedeutet: Am Großhandelsmarkt gibt es mehr Angebot als Nachfrage – meist wenn viel Wind- und Solarstrom bei geringem Verbrauch einspeist. Erzeuger zahlen dann dafür, dass sie ihren Strom loswerden, statt Geld dafür zu bekommen. Die technische Preis-Untergrenze der Day-Ahead-Auktion liegt bei -500 EUR/MWh. Das ist ein Marktsignal, kein Rechenfehler.

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Wie oft war der Preis 2026 negativ? Unsere Auswertung

Nach unserer eigenen Auswertung der ENTSO-E-Marktdaten gab es in Deutschland 2026 bislang 416 Stunden mit negativem Day-Ahead-Preis; der Tiefstwert lag bei -500 EUR/MWh. Wichtig zur Einordnung: Das ist eine laufende Auszählung des aktuellen Jahres, kein Destatis-Wert und keine abgeschlossene Jahresstatistik – die Stundenzahl wächst über das Jahr weiter.

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Was Destatis dir stattdessen bietet

Für offizielle Preis-Statistiken ist das Statistische Bundesamt trotzdem die richtige Adresse: Es veröffentlicht durchschnittliche Strompreise für Haushalte und Industriekunden sowie Zahlen zur Stromerzeugung nach Energieträgern. Für stündliche Marktpreise und negative Stunden nutzt du SMARD/Bundesnetzagentur – beides ergänzt sich, misst aber Unterschiedliches (Endkundenpreis gegenüber Börsen-Großhandelspreis).

Warum negative Preise für Anlagenbetreiber zählen

Betreibst du eine PV- oder Biogas-Anlage, sind negative Stunden mehr als eine Statistik: In vielen negativen Phasen entfällt die Vergütung, und für neuere Anlagen kann es sich lohnen, in diesen Stunden gezielt weniger einzuspeisen oder Strom zu speichern. Wer die Stundenpreise aus SMARD/ENTSO-E kennt, erkennt diese Phasen und kann reagieren – die Destatis-Jahresdurchschnitte reichen dafür nicht aus.

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