Strompreis-Prognose Sommer 2026: Was du wirklich erwarten kannst

Im Sommer 2026 drücken vor allem Solarstrom und langes Tageslicht die Börsenpreise – besonders mittags, teils bis in den negativen Bereich. Wie hoch der Preis konkret liegt, hängt von Wetter, Gas und Nachfrage ab und lässt sich seriös nur als Muster und Bandbreite angeben, nicht als feste Zahl.
Rechne im Sommer 2026 mit niedrigen Börsenpreisen tagsüber und höheren Preisen morgens und abends. An sonnigen Mittagen sind Negativpreise wahrscheinlich. Eine exakte ct/kWh-Prognose für einen einzelnen Sommertag ist unseriös – wer dir eine feste Zahl nennt, rät. Verlässlich ist nur das Muster: viel Sonne am Tag = billiger Strom an der Börse.

Seriös prognostizierbar ist die Struktur: ausgeprägte Preistäler zur Mittagszeit, Preisspitzen in der Dunkelflaute morgens/abends, mehr Negativpreis-Stunden als im Winter. Nicht seriös prognostizierbar ist das absolute Preisniveau eines konkreten Tages, weil es an Gaspreis, Windangebot, Kraftwerksausfällen (auch in Frankreich) und der Wetterlage hängt. Miss jede kursierende Sommer-2026-Zahl daran, ob eine Quelle und ein Datum dabeisteht.

In Deutschland zählen wir für 2026 bislang 409 Stunden mit negativen Strompreisen an der Börse (eigene ENTSO-E-Auswertung), der tiefste Wert lag bei −500 EUR/MWh. Solche Extreme entstehen fast immer mittags bei viel Sonne und wenig Verbrauch. Im Sommer nimmt die Zahl solcher Stunden erfahrungsgemäß zu, weil die Solareinspeisung ihr Jahresmaximum erreicht.

Solaranlagen speisen in den Sommermonaten am meisten ein und verdrängen teure Gas- und Kohlekraftwerke aus dem Preis. Wenn zur Mittagszeit mehr Strom erzeugt als gebraucht wird, fällt der Börsenpreis – im Extremfall unter null, weil Erzeuger für die Abnahme zahlen. Kühleres, bewölktes Wetter oder eine Windflaute können den Effekt aber jederzeit dämpfen.

Erwarte im Sommer 2026 eine klare Tageskurve: teuer in der Morgenspitze, tiefe Preise über die Mittagsstunden, wieder steigend zur Abendspitze nach Sonnenuntergang, wenn Solar wegfällt. Für dich heißt das: Verbrauch (Wärmepumpe, Warmwasser, E-Auto-Ladung, Wäsche) möglichst in die Mittagsstunden legen zahlt sich am stärksten aus.
Mit einem dynamischen Stromtarif profitierst du direkt von den Mittagstiefs; mit Speicher oder flexiblen Verbrauchern lässt sich der günstige Solarstrom in die teuren Abendstunden verschieben. Für Anlagenbetreiber ist die Kehrseite wichtig: In Negativpreis-Stunden gibt es unter §51 EEG keine Marktprämie – das kann die Erlöse spürbar treffen und macht das gezielte Abregeln oder Speichern zum Thema.