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Strompreis im Tagesverlauf: die typische Kurve erklärt

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Strompreis im Tagesverlauf: die typische Kurve erklärt
Energie — Stromfee (KI-Bild)

Der Börsenstrompreis ist keine feste Zahl, sondern verändert sich über den Tag — mit zwei Hochs am Morgen und am Abend und einem Tief um die Mittagszeit. Hier bekommst du die typische Kurve, die Gründe dahinter und was du damit anfangen kannst.

Die kurze Antwort: so sieht ein typischer Tag aus

Nachts ist Strom meist günstig, weil kaum jemand verbraucht. Am frühen Morgen, wenn Haushalte und Betriebe hochfahren, steigt der Preis zum ersten Hoch. Um die Mittagszeit drückt Solarstrom den Preis nach unten — an sonnigen Tagen ist das das Tagestief. Am Abend, wenn die Sonne weg ist und alle gleichzeitig kochen, laden und heizen, kommt das zweite und meist höchste Hoch. Danach fällt der Preis über die Nacht wieder ab.

Strompreis im Tagesverlauf: die typische Kurve erklärt
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Warum der Preis mittags einbricht

An der Strombörse werden die Kraftwerke nach Kosten sortiert: Wind und Sonne haben keine Brennstoffkosten und kommen zuerst zum Zug. Je mehr davon einspeisen, desto weniger teure Gas- und Kohlekraftwerke werden gebraucht — und das letzte noch benötigte Kraftwerk setzt den Preis für alle. Deshalb ist Solarstrom mittags der Grund für das Tief, und deshalb ist die Kurve im Sommer viel tiefer eingedellt als im Winter.

Strompreis im Tagesverlauf: die typische Kurve erklärt
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Wenn der Preis unter null fällt

Wenn sehr viel Wind und Sonne auf wenig Verbrauch treffen, kann der Preis sogar negativ werden — dann bekommst du Geld dafür, Strom zu nehmen. Das ist kein Randphänomen mehr: In Deutschland zählen wir 2026 bis jetzt 416 Negativstunden, der tiefste Wert lag bei -500 Euro pro Megawattstunde (eigene Auswertung der ENTSO-E-Daten). Solche Stunden liegen fast immer mittags an sonnigen, windigen Tagen mit geringem Verbrauch — Wochenenden und Feiertage sind besonders anfällig.

Strompreis im Tagesverlauf: die typische Kurve erklärt
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Die Kurve ist nicht jeden Tag gleich

Verlass dich nicht auf eine Faustregel für alle Tage. Ein bewölkter Wintertag hat kaum ein Mittagstief, dafür einen sehr hohen Abendpeak. Ein sonniger Sommer-Sonntag kann stundenlang um null oder darunter liegen. Ausschlaggebend sind vier Dinge: Wetter (Sonne und Wind), Wochentag, Jahreszeit und die Gaspreise, die das Preisniveau der Kurve insgesamt anheben oder senken.

Strompreis im Tagesverlauf: die typische Kurve erklärt
Energie — Stromfee (KI-Bild)
Wo du den Verlauf für morgen siehst

Die Preise für den Folgetag stehen früh am Nachmittag fest: In der Day-Ahead-Auktion an der Strombörse werden alle Zeitscheiben des nächsten Tages auf einen Schlag ermittelt. Danach ist die Kurve für morgen öffentlich bekannt und du kannst planen. Kurzfristige Korrekturen laufen danach noch im Intraday-Handel bis kurz vor der Lieferung.

Was du davon hast — und was nicht

Nur wenn du einen dynamischen Tarif hast, schlägt der Börsenverlauf direkt auf deine Rechnung durch. Bei einem Festpreistarif zahlst du unabhängig von der Uhrzeit. Und selbst mit dynamischem Tarif gilt: Die Börse ist nur ein Teil deines Preises — Netzentgelte, Abgaben und Steuern kommen obendrauf und dämpfen die Ausschläge. Verschiebbare Lasten wie Wärmepumpe, Wallbox, Waschmaschine oder ein Speicher sind der Hebel; alles, was du nicht verschieben kannst, bringt dir die Kurve nichts.

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