Strompreise im Tagesverlauf – wann Strom teuer und wann günstig ist

Der Börsen-Strompreis (Day-Ahead) ändert sich für jede der 24 Stunden eines Tages neu. Grob gilt: morgens und abends teuer, mittags und nachts günstig – teils sogar negativ.
Nachts (etwa 0–5 Uhr) ist der Preis niedrig, weil kaum jemand Strom braucht. Morgens (7–9 Uhr) steigt er mit dem Arbeitsbeginn zum ersten Hoch. Mittags drückt viel Solarstrom den Preis nach unten – oft das Tagestief. Am Abend (18–20 Uhr), wenn die Sonne fehlt und alle kochen und heizen, kommt das zweite und meist höchste Hoch.

Am billigsten ist Strom in der Regel mittags bei viel Sonne und nachts bei geringer Nachfrage. An sonnen- und windreichen Tagen kann der Börsenpreis sogar unter null fallen: 2026 zählten wir in Deutschland bis jetzt 416 Stunden mit negativem Strompreis, der Tiefstwert lag bei -500 €/MWh (eigene ENTSO-E-Auswertung). Negativ heißt: Es gibt mehr Strom als Bedarf.

An der Strombörse treffen sich Angebot und Nachfrage für jede Stunde einzeln. Ist die Nachfrage hoch und Sonne/Wind schwach, müssen teure Kraftwerke einspringen – der Preis steigt. Ist wenig Nachfrage und viel Erneuerbaren-Einspeisung da, reicht günstiger Strom für alle – der Preis fällt. Deshalb hat jeder Tag ein eigenes Preis-Profil.

Diese Tagesschwankungen siehst du nur, wenn du einen dynamischen Stromtarif hast, der stündlich dem Börsenpreis folgt. Bei einem klassischen Festpreistarif zahlst du rund um die Uhr denselben Arbeitspreis – der Tagesverlauf ist dir dann egal. Auf jeden Börsenpreis kommen außerdem Netzentgelte, Steuern und Abgaben, sodass dein Endpreis höher liegt als der reine Börsenwert.

Mit einem dynamischen Tarif lohnt es sich, flexible Verbraucher in die Tiefpreis-Stunden zu legen: E-Auto nachts oder mittags laden, Waschmaschine, Spülmaschine und Wärmepumpe in die Sonnenstunden. Ein Batteriespeicher automatisiert das, indem er günstig lädt und teure Stunden überbrückt.
Die Börsenpreise für den nächsten Tag stehen ab etwa 13–14 Uhr fest (Day-Ahead-Auktion) und werden stündlich veröffentlicht. Anbieter dynamischer Tarife und Preis-Portale zeigen dir dann die 24 Stundenwerte für morgen – so kannst du deinen Verbrauch vorausplanen.