Strompreisentwicklung in Österreich: So haben sich die Preise entwickelt

Die österreichischen Großhandels-Strompreise stiegen 2022 in der Energiekrise auf Rekordwerte und sind seither wieder deutlich gesunken – bleiben aber schwankender als vor der Krise. Preisbildend ist die Strombörse (Day-Ahead), an der sich auch dynamische Tarife für Haushalte orientieren.
Nach dem Krisenhoch 2022 (ausgelöst durch die Gaspreis-Explosion) haben sich die Börsen-Strompreise in Österreich 2023 und 2024 wieder spürbar beruhigt. Sie liegen aber über dem Niveau vor 2021 und schwanken innerhalb eines Tages stärker als früher. Endkundenpreise folgen dieser Entwicklung mit Verzögerung, weil Netzentgelte, Abgaben und Lieferantenmarge dazukommen.

Der Börsenpreis entsteht nach dem Merit-Order-Prinzip: Das teuerste noch benötigte Kraftwerk bestimmt den Preis. In Österreich setzen bei Knappheit oft Gaskraftwerke die Marke, weshalb der Gaspreis stark durchschlägt. Bei viel Sonne und Wind fällt der Preis dagegen tief – zeitweise sogar in den negativen Bereich.

Bis 1. Oktober 2018 bildeten Österreich und Deutschland eine gemeinsame Strom-Preiszone. Seither hat Österreich eine eigene Gebotszone. Dadurch kann der österreichische Preis vom deutschen abweichen – meist ist er wegen begrenzter Leitungskapazität und höherem Importbedarf etwas teurer, bleibt aber eng mit dem europäischen Markt gekoppelt.

Der Börsenpreis ist nur ein Teil deiner Rechnung. Dazu kommen Netzentgelte, Steuern und Abgaben sowie die Marge des Lieferanten. Deshalb sinkt dein Tarif nicht sofort im gleichen Maß wie der Börsenpreis – und umgekehrt schützt ein Festpreisvertrag kurzfristig vor Ausschlägen nach oben.

Den aktuellen Day-Ahead-Preis kannst du über die Strombörse (EPEX Spot / EXAA) und die Transparenz-Plattform ENTSO-E nachvollziehen. Wer die Stunden-Preise kennt, kann Verbrauch gezielt in günstige Zeiten legen – besonders relevant bei dynamischen Tarifen und Speichern.
Wenn du flexibel verbrauchst (Wärmepumpe, E-Auto, Batteriespeicher), profitierst du von den Preis-Schwankungen: laden bei tiefen Preisen, sparen bei Spitzen. Ein Lastgang- oder Energiemonitoring zeigt dir, wann sich das lohnt und wie viel Potenzial in deinem Verbrauch steckt.