Stromtarife für Photovoltaikanlagen – welcher passt zu dir?

Als PV-Besitzer brauchst du zwei getrennte Dinge: eine Vergütung für den eingespeisten Strom und einen Tarif für den Strom, den du zusätzlich aus dem Netz beziehst. Für den Bezug lohnt sich meist ein dynamischer Tarif – vor allem mit Batteriespeicher.
Für den Reststrom, den deine PV-Anlage nicht selbst deckt (nachts, im Winter), hast du zwei Optionen: einen klassischen Festpreistarif (fester ct/kWh-Preis, planbar) oder einen dynamischen Tarif, dessen Preis sich stündlich an der Strombörse orientiert. Für PV-Haushalte mit Speicher oder steuerbaren Verbrauchern (Wärmepumpe, E-Auto) passt der dynamische Tarif oft besser, weil du gezielt in günstigen Stunden lädst.

Nimm einen dynamischen Tarif, wenn du deinen Verbrauch verschieben kannst: Speicher, Wärmepumpe oder Wallbox, die in günstige (teils negative) Börsenstunden laden. Bleib beim Festpreis, wenn dein Reststrombezug klein und dein Tagesablauf starr ist – dann bringt die Preissteuerung wenig und der feste Preis gibt dir Planungssicherheit. Wichtig: Ein dynamischer Tarif setzt ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) voraus.

Verwechsle den Bezugstarif nicht mit deiner Einspeisevergütung. Für den eingespeisten Strom bekommst du eine gesetzliche Vergütung nach EEG. Neu ist: Bei negativen Strompreisen entfällt die Vergütung für diese Zeiträume (Nullvergütung). Dein Bezugstarif regelt dagegen nur, was du für zugekauften Strom zahlst – beide Seiten solltest du getrennt betrachten.

Am deutschen Markt sind unter anderem Tibber, aWATTar und Ostrom mit dynamischen, börsenorientierten Tarifen aktiv. Sie versprechen flexible Preise und Einsparungen – ob sich das für dich rechnet, hängt vor allem davon ab, wie viel Verbrauch du tatsächlich in günstige Stunden verschieben kannst. Vergleiche Grundgebühr, Aufschläge pro kWh und ob ein passendes Smart Meter unterstützt wird.

Kombiniere PV, Batteriespeicher und einen dynamischen Tarif: Der Speicher lädt Eigenstrom tagsüber und puffert zusätzlich günstige Börsenstunden. Ein Energiemanagement steuert Wärmepumpe und Wallbox automatisch in die billigsten Zeitfenster. So senkst du den Reststrombezug und nutzt die Preisschwankungen aktiv statt sie nur zu erleiden.