Stromvertrag mit Festpreis – wann er sich lohnt

Bei einem Festpreis-Stromvertrag zahlst du über die gesamte Laufzeit einen festen Preis pro Kilowattstunde. Du bist damit vor Preiserhöhungen geschützt, profitierst aber auch nicht, wenn die Börsenpreise fallen.
Beim Festpreistarif steht dein Arbeitspreis pro kWh im Vertrag und bleibt für die vereinbarte Zeit gleich – egal, wie sich der Strommarkt entwickelt. Das ist das Gegenteil eines dynamischen Tarifs, bei dem sich dein Preis stündlich oder alle 15 Minuten am Börsenpreis orientiert. Achte darauf, ob wirklich der gesamte Preis fest ist oder nur der reine Energieanteil ohne Steuern, Abgaben und Netzentgelte.

Ein Festpreis lohnt sich für dich, wenn du Planungssicherheit willst und deinen Verbrauch nicht gezielt in günstige Stunden verschieben kannst. Weniger sinnvoll ist er, wenn du steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpe, E-Auto oder Speicher hast – dann kannst du mit einem dynamischen Tarif aktiv sparen. Faustregel: verlässlicher, aber unflexibler Verbrauch spricht für Festpreis.

Prüfe, was der Anbieter garantiert. Eine eingeschränkte Preisgarantie sichert oft nur den Energiepreis ab, während sich gesetzliche Abgaben, Umlagen und Netzentgelte trotzdem ändern dürfen. Eine volle bzw. Vollpreis-Garantie deckt in der Regel mehr ab. Lies im Vertrag nach, welche Bestandteile ausdrücklich von der Garantie ausgenommen sind.

Festpreistarife haben meist eine feste Laufzeit von 12 oder 24 Monaten. Notiere dir das Vertragsende und die Kündigungsfrist, denn nach Ablauf kann der Preis deutlich angepasst oder der Vertrag automatisch verlängert werden. Vergleiche rechtzeitig vor Ablauf neu, statt in einen teureren Folgetarif zu rutschen.

Der Festpreis gibt dir eine feste Kalkulationsgrundlage und Schutz vor steigenden Preisen. Der dynamische Tarif kann günstiger sein, wenn du Verbrauch in Zeiten niedriger Börsenpreise legst, birgt aber das Risiko teurer Stunden. Entscheide danach, ob dir Sicherheit oder Sparpotenzial durch aktives Steuern wichtiger ist.
Vergleiche den Gesamtpreis pro kWh inklusive Grundpreis, nicht nur den Arbeitspreis. Achte auf Bonuszahlungen, die nur im ersten Jahr gelten und den Tarif künstlich günstig rechnen. Kläre außerdem Vorauskasse, Kaution und ob es sich um Ökostrom handelt, falls dir das wichtig ist.