WAGO 750 mit MQTT: Was geht – und was nicht

Kurz vorweg: MQTT beherrschen nur die programmierbaren PFC-Controller der 750-Serie (PFC100/PFC200), nicht die einfachen Feldbus-Koppler. Steckt in deiner Station ein solcher Controller, kannst du deine I/O-Daten direkt an einen MQTT-Broker schicken.
Entscheidend ist der Kopf deiner Station. Ein reiner Feldbus-Koppler (z. B. der Ethernet-Koppler 750-352) spricht Modbus TCP bzw. EtherNet/IP – aber kein MQTT. MQTT liefern nur die Linux-basierten Controller PFC100 (Artikel 750-81xx) und PFC200 (750-82xx). Steht auf deinem Gerät 'PFC100' oder 'PFC200', bist du dabei. Steht dort nur 'Koppler'/'Coupler', brauchst du zusätzlich einen Controller oder ein Gateway davor.

Weg 1 – ohne Programmierung: Die PFC-Controller haben im Web-Based Management (WBM, die Browser-Oberfläche des Controllers) eine Cloud-/MQTT-Funktion. Dort trägst du Broker-Adresse, Port und Zugangsdaten ein, und der Controller publisht deine Prozessdaten. Weg 2 – mit CODESYS: Du programmierst den Controller in CODESYS und nutzt die MQTT-Bibliothek von WAGO, um Topics und Payload selbst zu bestimmen. Weg 1 ist schneller, Weg 2 gibt dir volle Kontrolle über Struktur und Zeitpunkt.

1) IP-Adresse des Controllers im Browser aufrufen und ins WBM einloggen. 2) Im Netzwerk-/Cloud-Bereich den MQTT-Broker eintragen: Host, Port (unverschlüsselt üblich 1883, mit TLS 8883), sowie Benutzer/Passwort bzw. Zertifikat. 3) Auswählen, welche Variablen/I/O gesendet werden und in welchem Intervall. 4) Verbindung speichern und den Status prüfen. Danach erscheinen die Werte am Broker – mit einem Tool wie MQTT Explorer kannst du direkt mitlesen.

Als Payload-Format hat sich JSON durchgesetzt, weil fast jedes Zielsystem (Datenbank, Dashboard, Gateway) es direkt weiterverarbeitet. Vergib klare, hierarchische Topics wie 'standort/wago01/messwert' statt kryptischer Kürzel – das erleichtert später das Filtern und Weiterleiten. Beim WBM-Weg gibt der Controller die Struktur teils vor; in CODESYS legst du Topic-Namen und JSON-Feldnamen komplett selbst fest.

Als Broker eignet sich ein lokaler Mosquitto genauso wie eine Cloud-Instanz. Für erste Tests reicht ein Mosquitto auf einem kleinen Server oder Raspberry Pi im selben Netz. Willst du die Daten weiterverarbeiten, hängst du hinter den Broker eine Bridge, die in eine Datenbank schreibt – so laufen bei uns die MQTT-Daten aus Feldgeräten am Ende in eine Zeitreihen-/Analyse-Datenbank.
Keine Daten am Broker? Prüfe der Reihe nach: richtiger Gerätetyp (PFC, nicht Koppler), passende Firmware auf dem Controller, offener Port (1883/8883) zwischen Controller und Broker, und korrekte Zugangsdaten. Bei TLS scheitert die Verbindung oft an einem falschen oder abgelaufenen Zertifikat. Und ein Klassiker: Der Broker verlangt Authentifizierung, im Controller ist aber kein Benutzer hinterlegt – dann bricht die Verbindung still ab.