Welcher Shelly erkennt PV-Überschuss aus MQTT?

Kurz gesagt: Kein einzelner Shelly „erkennt" Überschuss als fertige Funktion. Du brauchst ein Shelly-Messgerät am Netzanschlusspunkt, das die Leistungsrichtung misst – negative Gesamtleistung heißt Einspeisung, also Überschuss – und diesen Wert per MQTT weitergibt.
Überschuss = du speist gerade mehr ins Netz ein, als du verbrauchst. Erkennbar ist das nur an der Leistung am Netzanschlusspunkt (Hausübergabe). Miss dort die Gesamtleistung: ist sie negativ, fließt Strom ins Netz = Überschuss. Ein einfacher Schalt-Shelly kann das nicht – du brauchst ein Shelly mit Energiemessung und Vorzeichen (Import/Export).

Geeignet sind die Messgeräte: Shelly Pro 3EM und Shelly 3EM (dreiphasig, für den ganzen Hausanschluss), sowie Shelly Pro EM und Shelly EM (ein-/zweiphasig, für einzelne Stränge). Alle messen Wirkleistung mit Richtung und können ihre Werte per MQTT senden. Reine Relais wie Shelly 1/Plus 1 messen keine Leistung und taugen dafür nicht.

Zwei Wege: (1) Auf dem Gerät – Gen2/Gen3-Modelle wie Shelly Pro 3EM und Pro EM haben eine Skript-Engine, die selbst prüfen kann „Leistung < 0 → schalte Verbraucher ein". (2) Extern per MQTT – die Werte gehen an einen Broker/Home Assistant/eigene Bridge, dort entscheidet die Logik. Ältere Gen1-Geräte (Shelly 3EM, EM) haben kein On-Device-Scripting, senden aber sauber per MQTT – die Erkennung muss dann extern passieren.

In der Shelly-App bzw. Web-Oberfläche unter Netzwerk/Verbindungen MQTT einschalten und Broker-Adresse eintragen. Der Shelly veröffentlicht dann seine Messwerte unter einem Topic-Präfix (Gerätename). Achte auf die Gesamt-Wirkleistung: ein negativer Wert = Einspeisung = Überschuss, ein positiver Wert = Netzbezug. Genau dieses Vorzeichen ist dein Auslöser.

Nicht jede kurze Einspeisespitze ist ein echter Überschuss – Wolken lassen die PV-Leistung sekündlich springen. Definiere eine Schwelle und eine Haltezeit, z. B. „mehr als 800 W Einspeisung über 60 Sekunden", bevor ein Verbraucher (Warmwasser, Wallbox) geschaltet wird. Das verhindert ständiges Ein-/Ausschalten (Flattern) und schont die Geräte.
Nimm einen Shelly Pro 3EM (oder 3EM/EM/Pro EM) am Netzanschlusspunkt, aktiviere MQTT und werte die negative Gesamtleistung aus. Willst du ganz ohne externe Software auskommen, greif zu einem Gen2/Gen3-Modell mit Scripting; hast du schon einen MQTT-Broker oder Home Assistant, reicht jedes dieser Messgeräte.