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2.200 MW. 500.000 Chips. Kein einziger Nvidia. AWS Project Rainier – Rang 3 der Welt.

Stromfee Redaktion · 15. Juni 2026 · Rechenzentren & KI-Energie
AWS Project Rainier Indiana – KI-Rechenzentrum 2,2 GW ohne Nvidia
Konzept-Illustration (KI, FLUX·2): AWS Project Rainier in New Carlisle, Indiana – 30 Gebäude, 1.200 Hektar, 500.000 Amazon Trainium-2-Chips.

Was passiert, wenn der weltweit größte Cloud-Anbieter entscheidet, seine Abhängigkeit von Nvidia zu beenden – und zwar sofort, im Maßstab von halben Millionen Chips? AWS Project Rainier in Indiana ist die Antwort. Und sie ist beeindruckend: Die größte KI-Compute-Anlage der Welt, die ohne eine einzige NVIDIA-GPU auskommt.

2.200 MW
Gesamtleistung (Endziel)
500.000
Trainium-2-Chips Phase 1
1.200 ha
Campusfläche
$15 Mrd.
Phase-2-Investment

Was ist AWS Project Rainier?

Project Rainier ist ein KI-Trainingscampus von Amazon Web Services (AWS) in New Carlisle, Indiana – benannt nach dem höchsten Berg des US-Bundesstaats Washington, wo Amazons Stammsitz liegt. Das Projekt wurde in Partnerschaft mit Anthropic entwickelt: AWS ist einer der Hauptinvestoren in Anthropic, und Project Rainier trainiert primär Anthropics Claude-Sprachmodelle.

Der Campus umfasst 30 Gebäude auf 1.200 Hektar. Phase 1 mit 7 Gebäuden ging im Oktober 2025 online und zog bereits 420 MW. Der entscheidende Unterschied zu jedem anderen Großrechenzentrum: Statt NVIDIA H100, H200 oder GB200 setzt AWS ausschließlich auf selbst entwickelte Amazon Trainium-2-Chips. Das ist eine strategische Entscheidung – Chip-Unabhängigkeit als Wettbewerbsvorteil. Im November 2025 kündigte Amazon 15 Milliarden Dollar Investment für Phase 2 an.

Die Zahlen

500.000 Trainium-2-Chips in Phase 1, mit einem Ziel von über einer Million Chips im Vollausbau. Das klingt nach einer abstrakten Zahl – aber es bedeutet, dass AWS mehr eigene KI-Chips in einem einzigen Gebäudekomplex betreibt als jede andere Firma der Welt eigene anwendungsspezifische KI-Chips besitzt. Das ist die größte Nicht-Nvidia-Compute-Deployment in der Geschichte.

2.200 MW Endziel – das übertrifft selbst xAI Colossus mit 2.000 MW. Bei 420 MW aktiver Phase-1-Last bedeutet das: Bereits heute zieht Rainier etwa so viel Strom wie 350.000 deutsche Durchschnittshaushalte. Im Vollausbau wird der Campus die Strombilanz von Indiana spürbar verschieben.

Amazon Trainium-2 KI-Chips in einem AWS-Rechenzentrum
Konzept-Illustration (KI, FLUX·2): Amazon Trainium-2 – Amazons eigener KI-Chip, 500.000 Exemplare in Project Rainier Phase 1.

Die 1.200 Hektar Grundfläche entsprechen etwa 1.680 Fußballfeldern. Auf diesem Areal entstehen bis zu 30 Rechenzentrumsgebäude – jedes davon ein eigenständiges Rechencluster. Die Investitionssumme für Phase 2 allein beträgt 15 Milliarden Dollar.

Wie wird es gekühlt?

Trainium-2-Chips haben eine andere thermische Charakteristik als NVIDIA-GPUs, aber die Physik bleibt gleich: Rechenarbeit erzeugt Wärme, und diese Wärme muss abgeführt werden. Bei 420 MW aktiver Last in Phase 1 und einem PUE von typischerweise 1,2–1,3 für moderne Hyperscaler bedeutet das: 84 bis 126 MW zusätzliche Last rein für Kühlung, Stromverteilung und Infrastruktur in Phase 1.

Im Vollausbau mit 2.200 MW würde der HVAC-Overhead 440 bis 660 MW betragen – das Äquivalent eines mittelgroßen deutschen Kohlekraftwerks, ausschließlich für Kühlung. AWS nutzt eine Kombination aus Freiluftkühlsystemen (Economizer), die in Indianas gemäßigtem Klima effizient funktionieren, und mechanischen Kältemaschinen für Spitzenlasten im Sommer.

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Stromfee-Einordnung

Project Rainier ist ein Lehrstück in strategischer Versorgungssicherheit: AWS hat erkannt, dass Abhängigkeit von einem einzigen Chiphersteller ein existenzielles Geschäftsrisiko ist – und investiert Milliarden, um diese Abhängigkeit zu beseitigen. Dieselbe Logik gilt für jeden Industrie- und Gewerbebetrieb in Deutschland beim Thema Energie: Wer vollständig vom Netzstrom abhängt, ist verwundbar. Wer eigene PV-Anlage, BHKW und Batteriespeicher kombiniert, hat Handlungsspielraum.

Der Energiehunger von Project Rainier – 420 MW aktiv, 2.200 MW als Ziel – zeigt, dass KI-Infrastruktur zu einem dominanten Faktor in der globalen Stromerzeugungsplanung wird. Die 15 Milliarden Dollar Phase-2-Investition wird sich nicht nur in Chips niederschlagen, sondern auch in neuen Kraftwerken, Leitungen und Speicherkapazitäten in Indiana.

BESS-Batteriespeicher und Energiemanagement für große industrielle KI-Lasten
Konzept-Illustration (KI, FLUX·2): Intelligente Speicher- und HVAC-Optimierung – von AWS-Dimensionen bis zum deutschen Industriebetrieb.

Für mittelständische Unternehmen und BHKW-Betreiber in Deutschland ist die Ableitung klar: Energiemanagement und Lastoptimierung sind kein Luxus, sondern Grundlage für wirtschaftlichen Betrieb in einem Markt, der durch KI-Nachfrage zunehmend volatil wird. Stromfees BESS-Optimizer und Energiemanagementsystem liefern genau diese Grundlage – auf Ihre Anlagengröße skaliert.

Quellen: https://aidatacenterindex.com/datacenters/aws-project-rainier-ai-campus-indiana.html · https://www.datacenterdynamics.com/en/news/aws-activates-project-rainier-cluster-of-nearly-500000-trainium2-chips/ · https://www.cnbc.com/2025/10/29/amazon-opens-11-billion-ai-data-center-project-rainier-in-indiana.html