Platz 12: Stargate VAE Abu Dhabi – 1 Gigawatt KI-Power in der arabischen Wüste
In der Wüste Abu Dhabis entsteht gerade das ambitionierteste Datenzentrum-Projekt außerhalb der Vereinigten Staaten: Stargate UAE. 5.000 Arbeiter rackern an einem Campus, der am Ende mit 1 Gigawatt elektrischer Leistung betrieben werden soll – genug, um eine Stadt wie Hannover vollständig zu versorgen. Wer steckt dahinter? Ein Konsortium aus dem UAE-Technologiekonzern G42, Khazna Data Centers, OpenAI, Oracle, Nvidia und SoftBank. Und die Ambitionen hören bei 1 GW nicht auf: Der übergeordnete UAE-US AI Campus ist auf 5 Gigawatt ausgelegt.
Hook: Wenn Staaten KI-Geopolitik betreiben
Stargate UAE ist mehr als ein Rechenzentrumsprojekt. Es ist ein geopolitisches Statement. Im Mai 2025 reiste US-Präsident Trump in die Vereinigten Arabischen Emirate – im Gepäck: ein Technologie-Partnerschaftsabkommen, das den Export amerikanischer KI-Chips und Technologie in die VAE unter bestimmten Bedingungen freigibt. G42, das Technologie-Flaggschiff des Abu Dhabi-Staatsfonds, wurde damit zum privilegierten KI-Partner der USA im Nahen Osten. Stargate UAE ist das erste sichtbare Ergebnis dieses Deals.
Dass ausgerechnet Abu Dhabi diesen Campus bekommt, ist kein Zufall. Die VAE haben in den vergangenen Jahren systematisch in KI-Infrastruktur und -Talente investiert – und G42 war dabei die Speerspitze. Das Unternehmen betreibt bereits Khazna Data Centers, einen der größten regionalen Rechenzentrumsoperatoren, und hat enge Verbindungen zu Nvidia, Microsoft und jetzt zu OpenAI und Oracle.
Die Dimensionen: Was 1 Gigawatt wirklich bedeutet
Zahlen allein sagen wenig. Hier die Kontext-Zahlen für Stargate UAE:
- Stahl: Die Konstruktion soll so viel Stahl verbrauchen wie 1,5 Eiffeltürme – ein Wert, den Semafor in seiner Baustellenreportage aus dem Herbst 2025 dokumentierte.
- Belegschaft: Mehr als 5.000 Arbeiter sind auf dem Gelände aktiv – eine Größenordnung, die selbst für Mega-Infrastrukturprojekte ungewöhnlich ist.
- Phase 1: 200 MW, geplanter Abschluss Q3 2026. Das allein entspricht schon dem gesamten installierten Leistungsniveau vieler Top-10-Rechenzentren aus der Vorgänger-Generation.
- Endziel: 5 GW für den gesamten UAE-US AI Campus – eine Zahl, die selbst im Kontext des US-Stargate-Projekts (100 GW in den USA über mehrere Jahre) ambitioniert wirkt.
- Energiemix: Kernkraft (Abu Dhabi betreibt mit Barakah die ersten vier arabischen Kernkraftwerke), Solar und Erdgas. Eine rein erneuerbare Versorgung auf diesem Niveau wäre in Abu Dhabi heute technisch nicht realisierbar.
Die größte Herausforderung: Kühlung in 45-Grad-Hitze
Abu Dhabi liegt auf dem 24. Breitengrad. Im Sommer steigen die Temperaturen auf über 45 Grad Celsius, die relative Luftfeuchtigkeit liegt oft bei 80 bis 95 Prozent. Für ein Rechenzentrum mit 200 MW – und später einem Gigawatt – Verlustwärme bedeutet das: Kühlung ist die schwierigste und teuerste Infrastrukturaufgabe des gesamten Projekts.
In Abu Dhabi gibt es keine natürlichen Kühlquellen wie in Skandinavien (Fjorde, Grundwasser unter 10 °C). Stattdessen setzt Stargate UAE auf eine Kombination aus mechanischer Kühlung (Chiller, die mit Strom laufen), adiabatischer Verdunstungskühlung (nur bei niedrigerer Außentemperatur nachts effizient) und District Cooling – Abu Dhabi betreibt eines der größten ferngekühlten Netze der Welt, das in der Innenstadt Kaltwasser zu gewerblichen Nutzern liefert. Ob Stargate direkt ans District-Cooling-Netz angeschlossen wird, ist öffentlich nicht bestätigt.
Stromfee-Einordnung: HVAC, BESS und Gläsernes HVAC
Was in Abu Dhabi in extremis gilt, gilt für jeden industriellen Großverbraucher in Deutschland im Kleinen: Die Kühlung ist oft der größte und am schwierigsten zu steuernde Energieverbraucher. In einem Rechenzentrum macht HVAC (Heizung, Lüftung, Klimatisierung) je nach Außentemperatur und IT-Auslastung zwischen 30 und 50 Prozent des Gesamtstromverbrauchs aus. Stargate UAE, das in einer der heißesten Städte der Welt steht, dürfte am oberen Ende dieser Spanne liegen.
Stromfee KI überträgt genau diese Analyse auf Ihre Anlage: Welcher Ihrer Verbraucher – Kältemaschine, Kompressor, BHKW-Kühlung – zieht wann wie viel? Das Gläserne HVAC macht diese Lastprofile stundengenau sichtbar, ohne Black-Box-Auswertung. Gerade wenn die Kühllast saisonal stark schwankt – wie im Sommer in Abu Dhabi oder in Ihrer Produktionshalle bei Hochsommerbetrieb – lassen sich mit dieser Transparenz erhebliche Optimierungen erschließen.
Der zweite Baustein: BESS (Batteriespeicher). Stargate UAE wird zwingend Speicher integrieren müssen, um Lastspitzen bei KI-Trainingsläufen zu glätten und den Netzanschluss nicht überzudimensionieren. Exakt dasselbe Prinzip nutzen mittelständische Industriekunden in Deutschland: Ein richtig ausgelegter BESS kappt die teure Spitzenlast und öffnet gleichzeitig die Möglichkeit, bei negativen Börsenstrompreisen günstig zu laden. Die Plattform stromfee.app zeigt Ihnen auf Basis Ihrer Messdaten, welche Speichergröße sich bei Ihrem Lastprofil wirklich rechnet.
Quellen: Semafor – Massive Stargate UAE Data Center Takes Shape (Oktober 2025) · Gulf News – Stargate UAE: First Phase of 200 MW to Complete by 2026 · G42 – Global Tech Alliance Launches Stargate UAE. Alle Kapazitätszahlen nach öffentlich verfügbaren Ankündigungen (Stand Q1/Q2 2026). Energiemix-Angaben nach G42-Kommunikation. Das Hero-Bild ist eine KI-Illustration (FLUX·2) und kein Foto des echten Projekts.
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