Wie funktioniert Arbitragehandel bei Batteriespeichern?

Arbitrage heißt: Du lädst deinen Speicher, wenn Strom an der Börse billig ist, und entlädst ihn, wenn er teuer ist. Die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ist dein Erlös – abzüglich Verlusten, Entgelten und der Marge deines Vermarkters.
1) Preisprognose: Für den Folgetag werden Stundenpreise (bzw. Viertelstunden) am Spotmarkt erwartet. 2) Fahrplan: Ein Optimierer entscheidet, in welchen Zeitfenstern geladen und in welchen entladen wird – begrenzt durch Kapazität (kWh), Leistung (kW) und erlaubte Zyklen pro Tag. 3) Handel: Dein Direktvermarkter stellt die Gebote am Day-Ahead-Markt, ggf. mit Nachsteuerung am Intraday-Markt. 4) Abrechnung: Du bekommst den erzielten Erlös abzüglich der vereinbarten Vermarktungsgebühr.

Entscheidend ist nicht der Durchschnittspreis, sondern die Spreizung innerhalb eines Tages – also der Abstand zwischen dem billigsten Ladefenster und dem teuersten Entladefenster. Typischerweise entstehen niedrige Preise in Stunden mit viel Wind- und Solareinspeisung (mittags, windige Nächte), hohe Preise in der Morgen- und Abendspitze. Kein Preisunterschied an einem Tag heißt: kein Arbitrage-Erlös an diesem Tag. Wichtig ist außerdem: Seit der Umstellung auf viertelstündliche Preisbildung sind die Fenster kürzer und die Ausschläge schärfer, was die Anforderungen an die Steuerung erhöht.

Von der Rohmarge gehen mehrere Posten ab, die du vorher kennen solltest: Round-Trip-Wirkungsgrad (jede Lade-Entlade-Runde kostet Energie), Netzentgelte und Umlagen auf den entnommenen Strom – abhängig davon, ob dein Speicher als Letztverbraucher gilt oder speicherprivilegiert ist –, Steuern sowie die Gebühr des Direktvermarkters. Rechne eine Arbitrage-Kalkulation deshalb nie mit der Bruttospreizung, sondern immer nach Abzug dieser Posten. Was am Ende bleibt, ist der Deckungsbeitrag für Investition und Batteriealterung.

Am Day-Ahead-Markt werden am Vortag Fahrpläne für den kommenden Tag verkauft – planbar, aber auf die Prognose festgelegt. Am Intraday-Markt kannst du bis kurz vor der Lieferung nachhandeln, etwa wenn Wind oder Sonne anders liefern als vorhergesagt. In der Praxis läuft die Basisvermarktung meist über Day-Ahead, die Feinsteuerung über Intraday. Prüfe im Vertrag, ob dein Vermarkter beide Märkte bedient – ohne Intraday-Zugang verschenkst du einen Teil der Bewegung.

Jeder Vollzyklus verbraucht Lebensdauer. Ein Optimierer, der jede kleine Preisdelle mitnimmt, kann mehr Umsatz erzeugen und trotzdem wirtschaftlich schlechter sein, weil die Batterie schneller altert und Garantiebedingungen (oft eine maximale Zyklenzahl pro Jahr) verletzt werden. Deshalb wird in der Steuerung eine Schwelle gesetzt: Ein Zyklus wird nur gefahren, wenn die erwartete Spreizung über den Zyklus-Grenzkosten liegt. Frag deinen Anbieter konkret, mit welcher Schwelle und welcher Zyklenobergrenze er rechnet.
Ein Speicher kann parallel oder alternativ andere Erlöse erzielen: Regelleistung, Vermeidung von Netzentgelt-Lastspitzen bei Gewerbe, Eigenverbrauchserhöhung oder das Ausweichen vor negativen Preisen und Abregelungen bei PV. Diese Pfade konkurrieren um dieselbe Kapazität – wer Leistung für Regelleistung vorhält, kann sie nicht gleichzeitig für Arbitrage nutzen. Eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung stellt deshalb alle Pfade gegeneinander und zeigt, welche Kombination für deine Anlage rechnet.