Zwei Batteriespeicher mit Home Assistant steuern — so geht's

Ja, Home Assistant kann zwei Batteriespeicher gleichzeitig steuern — auch von verschiedenen Herstellern. Der Knackpunkt ist nicht die Anbindung, sondern die Aufteilung: Du brauchst einen einzigen Regler, der beiden Speichern sagt, wer wie viel lädt.
1) Binde jeden Speicher als eigenes Gerät an (Modbus TCP/SunSpec, MQTT oder Hersteller-Integration) — zwei getrennte Einträge mit eigener IP oder eigener Unit-/Slave-ID. 2) Schalte an beiden Geräten den Hersteller-Modus auf externe Steuerung, sonst regelt die Werks-Logik gegen dich. 3) Lege eine gemeinsame Messgröße am Netzanschlusspunkt an (ein Zähler, nicht zwei). 4) Baue EINE Automation, die daraus eine Gesamt-Sollleistung bildet. 5) Verteile diese Sollleistung per Aufteilungsregel auf beide Speicher und schreibe zwei getrennte Setpoints.

Wenn du jedem Speicher eine eigene Automation gibst, die auf den Netzbezug reagiert, sieht Speicher A die Reaktion von Speicher B als neue Störung — und umgekehrt. Ergebnis: Die Leistung pendelt, beide laden gleichzeitig voll und du reißt womöglich deine Anschlussleistung. Regel: EIN Master-Regler, zwei Stellglieder. Und gib dem Regler ein Totband (z. B. reagiere erst ab einer Abweichung von einigen hundert Watt) plus ein Mindest-Intervall zwischen zwei Schreibvorgängen, sonst schreibst du dir den Modbus-Bus zu.

Drei Muster, je nach Ziel: (a) Proportional zur Nennleistung — jeder bekommt den gleichen Anteil seiner maximalen Lade-/Entladeleistung, das hält beide im gleichen C-Bereich. (b) SoC-geführt — der vollere Speicher entlädt zuerst, der leerere lädt zuerst; das gleicht Ladestände an, wenn die Speicher unterschiedlich alt oder groß sind. (c) Kaskade — Speicher 1 fährt bis Anschlag, Speicher 2 übernimmt erst den Rest; sinnvoll, wenn ein Gerät deutlich effizienter ist. Rechne die Aufteilung in einem Template-Sensor aus und lass die Automation nur noch die zwei Zahlen schreiben.

Praktische Stolpersteine: Bei zwei baugleichen Geräten kollidieren die Entity-IDs — vergib beim Anlegen konsequente Präfixe (batt_keller_, batt_garage_), sonst suchst du später in Automationen das falsche Register. Viele Speicher haben einen Modbus-Watchdog: Bleibt der zyklische Schreibvorgang aus, springen sie nach einer Timeout-Zeit in den Werksmodus zurück. Das ist ein Feature — nutz es als Sicherheitsnetz, aber teste, was passiert, wenn Home Assistant neu startet. Und: Lokale Anbindung (Modbus/MQTT) schlägt Cloud-API, weil du bei Internetausfall sonst keine Steuerung mehr hast.

Für Auswertung und Energie-Dashboard legst du Template-Sensoren an, die beide Speicher zusammenfassen: nutzbare Gesamtkapazität, gewichteter Gesamt-SoC (nach Kapazität gewichtet, nicht als einfacher Mittelwert — sonst verzerrt der kleinere Speicher das Bild), Summenleistung mit Vorzeichen. Im Energie-Dashboard trägst du beide Systeme separat ein, damit Lade- und Entladeverluste je Gerät sichtbar bleiben. Erst damit siehst du, ob ein Speicher schlechter arbeitet als der andere.
Bau zuerst nur das Lesen auf und lass es ein paar Tage mitlaufen — Netzbezug, Einspeisung, beide Speicherleistungen, beide SoC. Dann siehst du, ob die Werte plausibel und die Vorzeichen richtig herum sind (das ist bei Modbus-Registern die klassische Fehlerquelle). Erst danach schreibst du Sollwerte. Wer sofort regelt, debuggt später eine Automation, deren Eingangsdaten schon falsch waren.