Lastspitzenabrechnung: so liest du sie aus deiner Stromrechnung

Die Lastspitzenabrechnung ist die Position auf deiner Stromrechnung, die nicht deine verbrauchte Energie (kWh) abrechnet, sondern deine höchste bezogene Leistung (kW). Hier erfährst du, wo du sie findest, wie sie berechnet wird und warum ein einziger kurzer Ausschlag dich ein ganzes Jahr Geld kostet.
Abgerechnet wird deine höchste bezogene Leistung im Abrechnungszeitraum – gemessen als Mittelwert über 15 Minuten (eine Viertelstunde), angegeben in Kilowatt (kW). Der Netzbetreiber sucht aus allen Viertelstundenwerten den einen höchsten heraus: das ist deine Spitzenlast (auch Jahreshöchstlast). Diese kW-Zahl wird mit dem Leistungspreis (Preis in €/kW) multipliziert. Das ist getrennt vom Arbeitspreis, der deinen tatsächlichen Verbrauch in kWh abrechnet.

Suche nach den Wörtern "Leistungspreis", "Leistungsmessung" oder "Spitzenlast/Höchstlast". Du erkennst sie an der Einheit: Dort steht €/kW (nicht ct/kWh). Prüfe drei Werte: (1) die abgerechnete Spitzenlast in kW, (2) den Leistungspreis in €/kW und (3) den Abrechnungszeitraum. Multipliziere kW × €/kW – das Ergebnis muss dem berechneten Betrag entsprechen. Betrifft dich das? Nur wenn du eine registrierende Leistungsmessung (RLM) hast – meist Gewerbe/Industrie ab rund 100.000 kWh Jahresverbrauch.

Angenommen, deine höchste Viertelstunde lag bei 200 kW und dein Leistungspreis beträgt z.B. 80 €/kW pro Jahr. Dann kostet dich der Leistungsanteil 200 × 80 = 16.000 € im Jahr – zusätzlich zum Arbeitspreis für die kWh. Wichtig: Diese Zahlen sind ein Beispiel zum Nachrechnen, nicht dein tarif. Nimm die kW- und €/kW-Werte direkt aus deiner Rechnung.

Für den Leistungspreis zählt nur der eine höchste Viertelstunden-Mittelwert im gesamten Zeitraum. Fährst du an einem einzigen Tag kurz mehrere große Verbraucher gleichzeitig hoch, setzt diese eine Viertelstunde deine Spitzenlast fest – und du zahlst diesen Wert das ganze Jahr, selbst wenn du sonst nie wieder so hoch warst. Deshalb lohnt sich, gleichzeitige Einschaltvorgänge zu vermeiden.

kWh (Kilowattstunde) = Menge an Energie, die du verbraucht hast → abgerechnet über den Arbeitspreis. kW (Kilowatt) = wie schnell/stark du im Spitzenmoment Strom gezogen hast → abgerechnet über den Leistungspreis. Ein Betrieb kann wenig kWh verbrauchen und trotzdem einen hohen Leistungspreis zahlen, wenn er selten, aber dann sehr stark bezieht. Beide Positionen stehen getrennt auf der Rechnung.
Weil nur der höchste Viertelstundenwert zählt, hilft Lastmanagement (Peak Shaving): große Verbraucher zeitlich versetzt statt gleichzeitig starten, oder Spitzen mit einem Batteriespeicher abfangen. Grundlage ist immer dein Lastgang – die Viertelstundenwerte, die dein Netzbetreiber ohnehin misst. Wer diese Werte auswertet, sieht, welche Viertelstunde die teure war und ob sie vermeidbar gewesen wäre.
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