PV-Erlöse 2026: Worauf Betreiber achten müssen — und was Standard-Apps verschweigen

Du siehst in deiner App volle Erträge, aber auf dem Konto kommt weniger an? Hier erfährst du direkt, welche drei Regeln 2026 an deinen PV-Erlösen zehren und warum die meisten Monitoring-Apps sie schlicht nicht abbilden.
Drei Dinge entscheiden 2026 über deinen Euro-Erlös — nicht deinen kWh-Ertrag: (1) §51 EEG — bei anhaltenden negativen Börsenpreisen entfällt deine Marktprämie, und die Schwelle wird 2026 strenger. (2) Redispatch — bei Netzabregelung bekommst du nicht automatisch den Marktwert erstattet. (3) Der reale Auszahlungsbetrag deines Direktvermarkters weicht von dem ab, was deine App als 'Ertrag' anzeigt. Standard-Apps messen Erzeugung (kWh), nicht Vergütung (€ nach Abzügen). Genau diese Lücke kostet dich Geld.

Für Bestandsanlagen (Inbetriebnahme 01.01.2023–24.02.2025, ab 400 kW) staffelt sich die §51-Schwelle nach dem Ereignis-Kalenderjahr, nicht nach deinem IBN-Datum: 2024 = 4 Stunden, 2025 = 3 Stunden, 2026 = 2 Stunden, 2027 = 1 Stunde. Heißt konkret: Sobald der Day-Ahead-Preis 2026 zwei Stunden am Stück negativ ist, verlierst du für diese Stunden die Marktprämie. Das wird 2026 doppelt so schnell scharfgestellt wie 2024. Rechtsgrundlage: §51 Abs. 1 EEG 2023 i.d.F. 24.02.2025 i.V.m. §100 Abs. 46 (BT-Drs. 20/4915, S. 159). Prüfe für DEINE Anlage das Ereignisjahr, nicht das Baujahr — das ist der häufigste Denkfehler.

Wenn deine Anlage ab dem 25.02.2025 in Betrieb ging, gilt nicht die Stunden-Staffel, sondern das Solarspitzengesetz: Schon nach 15 Minuten negativem Preis entfällt die Vergütung für diesen Zeitraum (§51 Abs. 1a EEG / BGBl 2025 I Nr. 51, in Kraft seit 25.02.2025). Positiv fürs Baujahr: Bestandsanlagen mit IBN vor dem 25.02.2025 sind über §100 Abs. 46 EEG vor dieser Verschärfung geschützt. Kläre also zuerst, in welchem Regime deine Anlage überhaupt steckt — sonst rechnest du mit den falschen Schwellen.

'Bei Abregelung bekomme ich den Marktwert erstattet' und 'als Betreiber bin ich beim Redispatch risikofrei' — beides ist in vielen Standard-Verträgen falsch. Die offizielle Erstattungsformel (72,5 % Intraday-ID1-Preis + 27,5 % reBAP) fließt zunächst an deinen Direktvermarkter, nicht zwingend 1:1 an dich. Über Pass-through-Klauseln kann ein Teil des Risikos bei dir landen. Lies deinen DV-Vertrag gezielt auf diese Klausel — sie steht selten prominent, kostet aber real.

Der häufigste Rechenfehler: 'Schaden = anzulegender Wert × abgeregelte MWh'. Das ist zu hoch. Korrekt gegengerechnet wird der Marktwert, den du trotzdem erlöst: Schaden = max(0, anzulegender Wert − Marktwert Solar) × MWh + Vermarktungsmarge × MWh. Beispiel: anzulegender Wert 71 €/MWh, Marktwert 38,5 €/MWh, 100 MWh in einer §51-Phase, Marge 2 €/MWh → rund 3.450 € Verlust, nicht 7.100 €. Wer mit der falschen Formel rechnet, überschätzt den Schaden glatt ums Doppelte.
Übliche Monitoring-Apps zeigen dir Erzeugung, Eigenverbrauch und Autarkie — also Kilowattstunden. Sie kennen weder deine §51-Stunden (Börsenpreis-Verlauf), noch deine Redispatch-Erstattung, noch die tatsächliche DV-Auszahlung nach allen Abzügen. Damit siehst du einen 'grünen' Ertrag, während dein Euro-Erlös leise sinkt. Was du brauchst, ist ein Abgleich der abgerechneten Vergütung gegen den erwarteten Erlös — genau diese Erlös-Kontrolle findest du bei uns, statt nur einer kWh-Kurve.
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