Arbitrage mit Batteriespeicher – so funktioniert's

Bei der Arbitrage lädst du deinen Batteriespeicher, wenn Strom billig ist, und entlädst ihn, wenn er teuer ist – den Preisunterschied steckst du ein. Hier erfährst du, wie das genau läuft und wann es sich für dich lohnt.
Arbitrage heißt: du kaufst Strom in einer günstigen Stunde ein, speicherst ihn und verkaufst ihn (oder verbrauchst ihn selbst) in einer teuren Stunde. Grundlage ist der Börsen-Strompreis (Day-Ahead / Intraday), der sich stündlich ändert – nachts und mittags bei viel Sonne oft niedrig, morgens und abends hoch. Der Speicher überbrückt diese Zeit. Dein Ertrag ist die Preisspanne zwischen Laden und Entladen, minus Verluste und Kosten.

Klare Antwort: nur wenn die tägliche Preisspanne größer ist als deine Kosten pro Zyklus. Ein Lithium-Speicher hat rund 85–90 % Wirkungsgrad (Round-Trip) – etwa 10–15 % des geladenen Stroms gehen verloren. Dazu kommen Alterung und ggf. Netzentgelte/Abgaben beim Netzbezug. In Deutschland sind die Tagesspannen oft moderat und schwanken stark (an manchen Tagen nahe null). Reine Arbitrage allein deckt die Kosten daher häufig nicht – sie rechnet sich meist erst in Kombination mit anderen Nutzungen (Multi-Use, siehe unten).

1) Du beziehst die stündlichen Börsenpreise für morgen (Day-Ahead-Auktion, veröffentlicht am Vortag). 2) Eine Steuerung sucht die günstigsten Ladestunden und die teuersten Entladestunden. 3) Der Speicher lädt in den billigen Stunden. 4) In den teuren Stunden entlädt er – für Eigenverbrauch statt Netzbezug oder zur Einspeisung. 5) Verdienst = (Entladepreis − Ladepreis) × entladene kWh − Verluste. Ohne dynamischen Stromtarif oder Direktvermarktung hast du keinen Zugang zu diesen Preisen.

Sei vorsichtig mit hohen Renditeversprechen. Extremwerte, wie sie in volatilen Märkten kurzzeitig auftreten, sind nicht auf den deutschen Alltag übertragbar. Realistisch entscheidet die durchschnittliche nutzbare Tagesspanne über viele Tage – nicht der eine Ausreißertag. Rechne konservativ: Wirkungsgradverlust abziehen, Speicheralterung pro Zyklus einkalkulieren und prüfen, ob Netzentgelte/Abgaben beim geladenen Strom anfallen. Ein Speicher, der nur für Arbitrage täglich zyklisiert, altert schneller – das musst du gegenrechnen.

Der wirtschaftliche Hebel liegt selten in der Arbitrage allein, sondern in der Stapelung mehrerer Nutzungen desselben Speichers: Eigenverbrauchs-Optimierung, Vermeidung von Netzbezug in Hochpreisstunden, Regelleistung, sowie bei PV das Verschieben von Erzeugung aus negativen Preisstunden (§51 EEG: bei negativen Börsenpreisen entfällt die Einspeisevergütung – der Speicher kann den Strom stattdessen später nutzen). Wichtig: Nutzungen dürfen sich nicht gegenseitig blockieren – die Steuerung muss priorisieren.
Du brauchst drei Dinge: einen Batteriespeicher mit passender Leistung/Kapazität, Zugang zu stündlichen Preisen (dynamischer Stromtarif oder Direktvermarktung) und eine Steuerung, die Lade-/Entladezeiten automatisch optimiert. Prüfe vorab die genauen Ladekosten (Energiepreis plus alle Umlagen/Netzentgelte auf den bezogenen Strom), sonst rechnest du dir die Spanne zu gut. Erst dann lässt sich seriös beurteilen, ob sich der Fall für deine Anlage trägt.