Batteriespeicher gegen Lastspitzen: Peak-Shaving erklärt

Ein Batteriespeicher kappt deine Lastspitzen, indem er genau in den kurzen Bezugsspitzen Strom liefert statt aus dem Netz. Damit senkst du den Leistungspreis deiner Netzentgelte – hier siehst du, wie das rechnerisch funktioniert.
Peak-Shaving heißt: In den Momenten, in denen dein Bezug kurzzeitig hochschießt, springt der Speicher ein und deckt den Spitzenbedarf. Das Netz sieht dann nur noch die geglättete, niedrigere Leistung. Der Speicher lädt sich außerhalb der Spitzen wieder auf – idealerweise mit günstigem oder eigenem Solarstrom.

Die Faustregel ist einfach: nutzbare Kapazität (kWh) = Leistung der Spitze (kW) × Dauer (h). Eine 200-kW-Spitze über 30 Minuten braucht rund 100 kWh nutzbare Kapazität (200 kW × 0,5 h). Wichtig: Es zählt die nutzbare Kapazität, nicht die Bruttokapazität – plane bei den meisten Systemen etwas Reserve ein. Ebenso muss die Entladeleistung des Speichers mindestens so hoch sein wie die zu kappende Spitze (hier 200 kW).

Bei Gewerbe- und Industriekunden mit Leistungsmessung (RLM) berechnet der Netzbetreiber einen Leistungspreis in €/kW pro Jahr – abgeleitet aus deiner höchsten gemessenen Viertelstundenleistung. Senkst du diese eine Spitze dauerhaft, sinkt dein Leistungspreis für das ganze Jahr. Genau hier liegt der Hebel des Peak-Shavings.

Prüfe drei Dinge: Hast du eine registrierende Leistungsmessung (meist ab 100.000 kWh/Jahr)? Wie hoch und wie kurz sind deine Spitzen im Lastgang? Und wie oft treten sie auf? Kurze, seltene, aber hohe Spitzen sind ideal – sie brauchen wenig Kapazität und senken trotzdem den Leistungspreis spürbar. Dauerlast über Stunden lässt sich dagegen kaum wirtschaftlich mit einem Speicher kappen.

Ein Speicher kann mehr als nur Spitzen kappen. Im Multi-Use nutzt du dieselbe Batterie zusätzlich für Eigenverbrauch von Solarstrom und für Arbitrage (günstig laden, teuer nutzen). So verteilst du die Investition auf mehrere Nutzen und verkürzt die Amortisation – wichtig ist eine Steuerung, die entscheidet, wann welche Aufgabe Vorrang hat.
Für eine belastbare Auslegung brauchst du deinen Lastgang in Viertelstundenwerten (bekommst du vom Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber). Daraus liest du die Höhe, Dauer und Häufigkeit deiner Spitzen ab und leitest Kapazität und Entladeleistung ab. Ohne echten Lastgang bleibt jede Dimensionierung eine Schätzung.